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PROLOG Emanuel Buchmann

PROLOG Emanuel Buchmann musste sich seinen dritten Platz bei der Dauphiné hart erkämpfen - hier auf der siebten Etappe. © Tim de Waele/Getty Images 26 PROCYCLING | AUGUST 2019

PROLOG INSIDER RALPH DENK MIT DEM MEISTERTRIKOT ZUR TOUR Der Teamchef von Bora–hansgrohe blickt auf die nationalen Meisterschaften zurück. Fünf Meistertrikots, zehn Medaillen – die nationalen Meisterschaften waren für uns ein voller Erfolg. Nachdem Maciej Bodnar seinen Zeitfahrtitel in Polen verteidigen konnte, holten wir uns bei den Straßenrennen eine Woche vor der Tour de France auch die Meistertitel in Deutschland (Maximilian Schachmann), Österreich (Patrick Konrad), Italien (Davide Formolo), Irland (Sam Bennett) und der Slowakei (Juraj Sagan). Insgesamt stehen somit für Bora–hansgrohe zehn Medaillen zu Buche – ich weiß nicht, ob ein Team jemals in so einer großen Leistungsbreite bei den nationalen Titelkämpfen abgeschnitten hat. Besonders gefreut hat mich der dominante Auftritt bei den deutschen Titelkämpfen. Mit dem Dreifacherfolg durch Maximilian Schachmann, Marcus Burghardt und Andreas Schillinger konnten wir einmal mehr unter Beweis stellen, dass wir momentan der Platzhirsch im deutschen Radsport sind. Das Siegerfoto ist natürlich ein ganz besonderes: Drei Bora-Fahrer, die nebeneinander jubelnd über die Ziellinie fahren – so etwas erlebt man als Teamchef nicht oft. Die Einlaufreihenfolge hatten wir während des Rennens vereinbart: Uns war es wichtig, dass unsere Fahrer im Finale nicht gegeneinander, sondern miteinander fahren und unseren Teamgeist demonstrieren. Da Marcus Burghardt bereits Meister war, fiel die Wahl auf Maximilian Schachmann. Er geht somit auch im Meistertrikot bei der Tour an den Start. Sehr gegönnt hätten wir den Titel aber auch Andreas Schillinger. Er fährt mittlerweile im zehnten Jahr bei uns und tritt als Helfer normalerweise kaum in Erscheinung. Viele Leute unterschätzen ihn deshalb gerne, doch auch als Helfer muss man in der WorldTour eine große Klasse aufweisen. Entsprechend „DREI BORA-FAHRER, DIE NEBENEINANDER JUBELND ÜBER DIE ZIELLINIE FAHREN – SO ETWAS ERLEBT MAN ALS TEAMCHEF NICHT OFT.“ schön war es, dass „Schilli“ sein Potenzial gezeigt hat. Wenn ihr diese Zeilen lest, ist die Tour de France bereits in vollem Gange. Unsere acht Fahrer sind Emanuel Buchmann, Marcus Burghardt, Maximilian Schachmann, Peter Sagan, Daniel Oss, Patrick Konrad, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger. Wir schicken damit definitiv unser stärkstes Team nach Frankreich, sodass ich hoffe, dass wir dort anknüpfen können, wo wir vor der Tour aufgehört haben. Nicht zuletzt das tolle Ergebnis bei den nationalen Meisterschaften hat gezeigt: Die Mannschaft ist bereit für die Tour. Aber auch bei den beiden Vorbereitungsrennen, dem Platz eins, zwei und drei für Bora–hansgrohe. Die bayerische Equipe dominierte die deutschen Straßenmeisterschaften auf dem Sachsenring. Critérium du Dauphiné und der Tour de Suisse, konnten wir uns mit zwei dritten Plätzen durch Emanuel Buchmann und Patrick Konrad ganz vorne präsentieren. Diese beiden werden sich auch die Kapitänsrolle im Hinblick auf die Gesamtwertung teilen – und eine Platzierung unter den besten Zehn anvisieren. Ich bin hier sehr optimistisch, dass das klappen wird. Im Vergleich zur Vuelta im vergangenen Jahr haben wir dieses Mal bei Emanuel etwa spezifisch auch darauf geachtet, dass er nicht zu früh in Form ist, weshalb er beispielsweise auch nicht bei der deutschen Meisterschaft am Start, sondern stattdessen nach wie vor im Höhentrainingslager war. Und Patrick Konrad hat bereits im vergangenen Jahr mit seinem siebten Rang beim Giro unter Beweis gestellt, wozu er bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt in der Lage ist. Die Voraussetzungen für die Tour de France 2019 sind also nahezu perfekt. Ralph Denk ist Teammanager der deutschen WorldTour-Mannschaft Bora–hansgrohe. Nach jahrelanger Aufbauarbeit ist die Equipe mit Sitz im oberbayerischen Raubling seit 2017 in der höchsten Radsportliga aktiv. In Procycling berichtet Denk, in früheren Jahren selbst aktiver Rennfahrer, jeden Monat über seinen Alltag als Teamchef. Aufgezeichnet von Werner Müller-Schell, © Bora–hansgrohe/BettiniPhoto AUGUST 2019 | PROCYCLING 27