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PROLOG DIE TOUR AM

PROLOG DIE TOUR AM TOURMALET So schlug sich das Peloton am Schlussanstieg der 14. Etappe. Text Werner Müller-Schell © Strava (Screenshots) Den Tourmalet und die Tour de France verbindet eine lange Geschichte. Bereits im Jahr 1910 wurde der Pass auf Anregung des Luxemburgers Alphonse Steinès als erster Hochgebirgspass überhaupt in das Programm der Frankreich-Rundfahrt aufgenommen – und hat sich seitdem als einer der schwersten und berühmtesten Anstiege der Tour etabliert. 2019 stand er bereits zum 84. Mal im Streckenprofil – und markierte als Schlussanstieg der 14. Etappe direkt eine der Schlüsselstellen der diesjährigen Tour. Der 117,5 Kilometer kurze Tagesabschnitt von Tarbes auf den Tourmalet war nämlich der Auftakt einer unglaublich schweren Schlusswoche durch die Pyrenäen und die Alpen – und trennte direkt die Spreu vom Weizen. Nachdem die spanische Movistar-Equipe lange Zeit ein sehr hohes Tempo angeschlagen hatte, entwickelte sich am 19 Kilometer langen Schlussanstieg ein extrem kräftezehrendes Ausscheidungsfahren, dem nach und nach zahlreiche Mitfavoriten auf den Toursieg wie Nairo Quintana (Kolumbien) oder Richie Porte (Australien) zum Opfer fielen. Dabei ganz vorne mit dabei: Emanuel Buchmann: Der Deutsche aus den Reihen von Bora–hansgrohe war stets Teil der Spitzengruppe und sorgte mit einer Tempoverschärfung zwei Kilometer vor dem Ziel sogar dafür, dass Titelverteidiger Geraint Thomas (Großbritannien) den Anschluss an die Spitze verlor. Den Tagessieg sicherte sich letztlich Lokalmatador Thibaut Pinot vor seinem Landsmann Julian Alaphilippe, dem Niederländer Steven Kruijswijk und Buchmann. 1.649 HÖHENMETER PRO STUNDE Genau 18,9 Kilometer und 1.407 Höhenmeter misst der Tourmalet auf Strava. Durch seine enorme Länge zeigt der Berg sehr gut, welche außerordentlichen Leistungen die Radprofis im Rennen abrufen. Schon auf den ersten Blick zeigt sich dabei: 2019 fuhr das Peloton den Anstieg in einem unglaublichen Tempo hinauf. Wohl dadurch bedingt, dass es sich um den Schlussanstieg der Etappe handelte, unterboten gleich sechs Fahrer die bisherige Bestzeit – und das deutlich: Etappensieger Thibaut Pinot war mit seiner Aufstiegszeit ganze sechs Minuten schneller als der bisherige Strava- Rekordhalter Sébastien Reichenbach bei der Überfahrt im Jahr 2016. Pinot bewältigte den im Schnitt sieben Prozent steilen Anstieg mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,2 km/h und einer Aufstiegsrate von stolzen 1.649 Höhenme- 28 PROCYCLING | SEPTEMBER 2019

PROLOG Setzte die Strava-Bestzeiten hinauf auf den Tourmalet: Thibaut Pinot. Das Strava-Segment am Tourmalet finden Sie unter www.strava.com/ segments/5170240. Das Strava-Ranking Col du Tourmalet (par Luz-St-Sauveur) (18,9 Kilometer / 1.407 Höhenmeter) tern pro Stunde – ein in Anbetracht der Länge sehr guter Wert. Bei einem Spitzenrennen wie der Tour de France gibt es trotz des „Zurschaustellens“ auf Strava ein hohes Maß an Geheimniskrämerei unter den Profis. Keiner will sich so richtig in die Karten schauen lassen. So genießen die veröffentlichten Leistungswerte des im Strava-Ranking Viertplatzierten, des Neuseeländers George Bennett (Etappen- 11. mit 58 Sekunden Rückstand), Seltenheitswert. Bei einem Körpergewicht von 58 Kilogramm trat dieser über eine Fahrzeit von 52:13 Minuten im Schnitt 312 Watt, das bedeutet 5,4 Watt pro Kilogramm. Bei Pinot dürfte dieser Wert also noch einmal deutlich höher gelegen haben. Zum Vergleich: Alberto Contador kam in seinen besten Zeiten bei ähnlichen Zeiträumen auf über 6,0 Watt pro Kilogramm. 1. Thibaut Pinot Groupama 51:13 Minuten 2. Steven Kruijswijk Jumbo–Visma 51:21 3. Warren Barguil Arkéa-Samsic 51:50 4. George Bennett Jumbo–Visma 52:13 5. Laurens De Plus Jumbo–Visma 52:31 6. Richie Porte Trek-Segafredo 53:20 7. Damiano Caruso Bahrain-Merida 1:02:29 8. Jack Haig Mitchelton-Scott 1:02:56 9. Elie Gesbert Arkéa-Samsic 1:03:15 10. Patrick Konrad Bora–hansgrohe 1:03:55 © Jean Catuffe/Getty Images CARBON WHEEL TECHNOLOGY. Handmade in Austria Squad 2.5 Race Squad 4.2 Race DB Squad 5.8 Race DB Squad 2.5 SL Squad 4.2 SL Squad 5.8 SL • beste Bremsperformance mit der patentierten Bremsfläche • verbesserte Aerodynamik • RFID-System • asymmetrisches Profil • integrierter Tachomagnet • UV-beständig ROAD SQUAD 2.5 SL SQUAD 4.2 SL SQUAD 5.8 SL SQUAD 2.5 RACE SQUAD 4.2 RACE SQUAD 5.8 RACE AERODYNAMIC CROSS WIND STABILITY ATHLETE Low High Stable Unstable Beginner Professional XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH, Dr.-Niederdorfer-Straße 25, 8572 Bärnbach, Austria, Tel.: +43 3142 60945 0, Fax: +43 3142 60945 690, office@xentis.com, www.xentis.com