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REVANCHE GEGLÜCKT ©

REVANCHE GEGLÜCKT © Deutschland Tour/Marcel Hilger Bei der Auftaktetappe der Deutschland Tour im vergangenen Jahr hatte Pascal Ackermann als Zweiter noch knapp das Nachsehen. Beim diesjährigen Start der D-Tour zeigte der Profi aus den Reihen von Bora–hansgrohe, dass er derzeit nicht umsonst als schnellster Sprinter der Welt gilt. Nach 167 Kilometern und Start in Hannover entschied Ackermann das Kräftemessen der schnellen Leute auf der Zielgeraden in Halberstadt für sich. Damit übernahm der Sprinter aus Kandel gleichzeitig das erste Rote Trikot des Gesamtführenden dieser Deutschland Tour. Platz zwei auf der leicht ansteigenden Zielgeraden ging an den Norweger Alexander Kristoff (UAE Team Emirates), der vor seinem italienischen Teamkollegen Simone Consonni die Ziellinie überquerte. „Wir hatten es heute nicht einfach, jedes Team hatte uns auf dem Kieker und wollte uns den Sieg streitig machen. Wir haben aber die Ruhe behalten und das Team hat im Finale einen unglaublichen Job gemacht. Auf dem letzten Kilometer haben wir sogar noch ein wenig taktiert und uns noch einmal kurz zurückfallen lassen. Mit der Gesamtführung müssen wir nun von Tag zu Tag schauen. Es wird sehr schwer, wir werden aber alles versuchen, hier noch eine Etappe zu gewin - nen“, sagte Ackermann im Ziel. Ackermanns Sieg war der perfekte Auftakt für das derzeit einzige Profietappenrennen auf deutschem Boden. Ihren Anfang hatte die Deutschland Tour 2019 bereits am Vorabend mit einer gefeierten Teampräsentation in Hannover genommen. Dabei zeigte sich erneut, dass die Rückkehr des größten deutschen Etappenrennens ins Peloton nach der bis zum letzten Sommer zehnjährigen Pause längst überfällig war. So hatte sich eine Rekordzahl von 15 WorldTour-Mannschaften gemeldet und die Startliste war mit Grand-Tour-Gewinnern, mehr als einem Dutzend Etappensieger der Tour de France, Welt-, Europa- und Landesmeistern sowie Monumentgewinnern gespickt. Neben heimischen Assen wie Ackermann, Emanuel Buchmann (ebenfalls Bora–hansgrohe), Nils Politt (Katusha-Alpecin) und Lennard Kämna (Team Sunweb) standen unter anderem so berühmte Namen wie Julian Alaphilippe (Deceuninck–Quick-Step), Geraint Thomas, Michal Kwiatkowski (beide Team Sky) oder Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) am Start. Dass die Strecke, die als Hommage an das 30-jährige Jubiläum der Öffnung der innerdeutschen Grenze von Hannover nach Erfurt führen sollte, Spannung versprach, zeigte bereits die erste Etappe: Eine Fluchtgruppe mit Nikodemus Holler (Bike Aid), Igor Boev (Gazprom-RusVelo), Joshua Huppertz (Team Lotto Kern-Haus) und Julien Bernard (Trek-Segafredo) sorgte so gleich zu Beginn für Spannung an der Spitze des Rennens. Die Ausreißer konnten sich aber letztlich nicht gegen die heraneilenden Mannschaften der Sprinter wehren – mit dem besten Ausgang für Ackermann. Damit revanchierte sich der 25-Jährige für seinen zweiten Platz zum Auftakt der Deutschland Tour im Vorjahr. 32 PROCYCLING | OKTOBER 2019

DER (FAST) PERFEKTE AUFTAKT Ein erster Schlagabtausch der Favoriten, eine lange Solofahrt eines verheißungsvollen Talents und am Ende ein Sieger, der eigentlich schon abgehängt war … das zweite Teilstück der Deutschland Tour war an Ereignisreichtum kaum zu überbieten. Auf der welligen Etappe über 202 Kilometer von Marburg nach Göttingen setzte sich der Norweger Alexander Kristoff (UAE) im Schlusssprint einer dezimierten Gruppe vor Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) und Yves Lampaert (Deceuninck–Quick-Step) durch. Mit dem Sieg übernahm Kristoff das Rote Trikot des Gesamtführenden von Pascal Ackermann (Bora–hansgrohe). „Während der Etappe hatte ich bereits den Anschluss verloren, ich kam jedoch zurück, und im Finale fühlte ich mich immer besser. Im Zielsprint war ich kurz eingebaut, aber ich konnte mich befreien und noch an Colbrelli vorbeifahren. Gestern fühlte ich mich schon gut, aber der Sieg ist natürlich besser“, sagte Kristoff im Ziel. Am Vortag hatte er als Zweiter hinter Ackermann noch den Tagessieg verpasst. Ackermann verlor hingegen an Boden und erreichte das Ziel mit Rückstand. „Wir haben alles versucht, gegen die Bergfahrer haben wir berghoch aber keine Chance. Die Anfangsphase war extrem schnell, da mussten wir mitgehen, und das war am Ende einfach etwas zu viel“, sagte der deutsche Topsprinter im Ziel. Nach Start im hessischen Marburg hatte sich auf leicht welligem Terrain eine offensive und temporeiche Anfangsphase entwickelt, aus der nach rund 25 Kilometern eine 25-köpfige Spitzengruppe entsprang. Die Gruppe umfasste unter anderem Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida), Julian Alaphilippe (Deceuninck–Quick-Step), Simon Geschke (CCC) sowie Emanuel Buchmann und den Gesamtführenden Ackermann von Bora–hansgrohe, kam allerdings nur rund 80 Kilometer weit. Zwischendrin gewann der Italiener Davide Villella (Astana) die erste Bergwertung und holte sich das Bergtrikot. Prägender Fahrer der Etappe war hingegen Remco Evenepoel (Deceuninck– Quick-Step), der über 100 Kilometer als Solist an der Spitze lag. Der 19-Jährige setzte sich nach 94 Kilometern ab und fuhr einen Vorsprung von über drei Minuten heraus. Zunächst organisierte Bora–hansgrohe die Verfolgungsarbeit, bei hohem Tempo teilte sich später jedoch das Hauptfeld in zwei Gruppen – zu den abgehängten Fahrern gehörten auch Alaphilippe und Ackermann. Evenepoel gewann noch die zweite Bergwertung sowie die beiden Sprintwertungen. An der zweiten Überfahrt an der Herzberger Landstraße in Göttingen holte das dezimierte Feld den Belgier jedoch wieder ein. „Der Tag war nicht einfach, die Strecke war sehr anspruchsvoll. Ich dachte auch an den Sieg, am letzten Anstieg holten sie mich aber zu früh ein, weshalb ich nicht mehr mitfahren konnte. Am Ende war es aber ein guter Trainingstag“, sagte der junge Belgier. Auf den letzten acht Kilometern probierten es der U23-Weltmeister Marc Hirschi (Sunweb) und Alexey Lutsenko (Astana) mit einem Vorstoß – allerdings erfolglos. Die Entscheidung fiel im Sprint eines reduzierten Feldes. © Deutschland Tour/Marcel Hilger OKTOBER 2019 | PROCYCLING 33