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ASGREENS SPÄTE ATTACKE

ASGREENS SPÄTE ATTACKE © Deutschland Tour/Henning Angerer Simon Geschke, Nils Politt oder gar Emanuel Buchmann – die deutschen Fans hätten sich auf der hügeligen dritten Etappe durch den Thüringer Wald einen heimischen Sieger gewünscht. Am Ende lachte allerdings ein Däne: Kurz vor dem Ziel der 189 Kilometer zwischen Göttingen und Eisenach hatten sich Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) und Kasper Asgreen (Deceuninck–Quick-Step) aus einer kleinen Gruppe abgesetzt, den Schlusssprint gewann schließlich Asgreen. Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) führte die Verfolger um Buchmann, der zwischenzeitlich selbst attackiert hatte, und Geschke 17 Sekunden später ins Ziel. Stuyven übernahm das Rote Trikot des Gesamtführenden der Deutschland Tour 2019. „Es war eine tolle Teamleistung heute. Wir hatten Julian Alaphilippe in der Spitzengruppe und konnten uns deshalb im Feld schonen. Für das Finale hatten wir einen Plan, und jeder trug seinen Teil dazu perfekt bei. Ich habe meine Sprintfähigkeiten verbessert, und einen Fahrer wie Stuyven zu schlagen, ist eine tolle Bestätigung“, sagte Sieger Asgreen. Nach Start im niedersächsischen Göttingen hatte sich nach wenigen Kilometern mit Julian Alaphilippe (Deceuninck–Quick-Step), Mads Pedersen (Trek-Segafredo) und Miká Heming (Dauner Akkon) die Fluchtgruppe des Tages zusammengefunden. Das Trio bekam zeitweise einen Vorsprung von über sieben Minuten vom Feld zugestanden, die Bergwertung in Heilbad Heiligenstadt sowie die Sprintwertung in Treffurt ging an Heming. Entscheidend waren die letzten 40 Kilometer mit drei Anstiegen durch den nordwestlichen Thüringer Wald. Zu diesem Zeitpunkt lagen bei hohen sommerlichen Temperaturen nur noch Alaphilippe und Pedersen mit rund 1:30 Minuten an der Spitze. Alaphilippe sicherte sich noch die Bergwertung an der Hohen Sonne, Pedersen 27 Kilometer vor dem Ziel die Sprintwertung bei der ersten Zielpassage in Eisenach – unmittelbar danach war ihre Flucht beendet. Im Anschluss bildete sich im Anstieg über den Vachaer Stein eine neue, rund 20-köpfige Spitzengruppe, zu der allerdings nicht der Gesamtführende Alexander Kristoff (Team UAE Emirates) gehörte. Die Spitzengruppe blieb auch im erneuten Aufstieg zur Hohen Sonne größtenteils zusammen, erst auf den letzten drei Kilometern löste sich zunächst Stuyven und bekam kurz darauf Begleitung durch den späteren Sieger Asgreen. „Das Finale war sehr schwer und taktisch. Deceuninck–Quick-Step hatte noch drei Fahrer in der Gruppe dabei. Ich bin dann noch einmal mit Emanuel Buchmann weggefahren, das war unsere einzige Chance. Aber wir wurden wieder eingeholt. Stuyven und Asgreen waren dann zum Schluss aber zu stark“, sagte Simon Geschke im Ziel. Und Tour-de-France-Star Buchmann erklärte: „Im letzten Anstieg war das Tempo extrem hoch. Als ich im Finale angriff, zog Stuyven an mir vorbei. Die Stimmung bei der Deutschland Tour ist super und es wird richtig hart gefahren, das macht es natürlich spannend. Morgen hoffen wir auf einen Sprint für Ackermann.“ 34 PROCYCLING | OKTOBER 2019

COLBRELLIS SCHLUSSAKT Nach den Plätzen drei und zwei auf den Voretappen platzte bei Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) auf der Schlussetappe der Deutschland Tour der Knoten: Der Italiener verwies in einem umkämpften Sprint nach 159,5 Kilometern von Eisenach nach Erfurt Yves Lampaert (Deceuninck–Quick-Step) und Alexander Kristoff (Team UAE Emirates) auf die weiteren Ränge. Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) reichte Platz fünf im Tagesergebnis, um sein rotes Führungstrikot zu verteidigen und den Gesamtsieg der Deutschland Tour zu feiern. „Meine Mannschaft hat die Etappe toll kontrolliert, und am Ende kam es auf mich an. Ich bin sehr glücklich mit diesem Sieg. Es ist mein erster Gesamterfolg bei einer Rundfahrt, das macht es zusätzlich sehr besonders für mich. Ich hörte bereits im vergangenen Jahr, dass die Rundfahrt toll ist, mit wenig kontrollierten Etappen. Und da war für mich klar, ich möchte hier unbedingt teilnehmen“, zeigte sich der Gesamtsieger im Ziel zufrieden. Direkt nach dem Start in Eisenach hatten sich der Vortagesetappensieger Kasper Asgreen (Deceuninck–Quick-Step) und Mads Pedersen (Trek-Segafredo) aus dem Feld abgesetzt, später stießen Jenthe Biermans (Team Katusha-Alpecin), Nans Peters (AG2R La Mondiale), Magnus Cort Nielsen (Astana), Kamil Gradek (CCC) sowie Evgeny Shalunov (Gazprom-RusVelo) zur Spitzengruppe hinzu. Ihr Vorsprung überstieg jedoch nie mehr als zwei Minuten, und nach 80 Kilometern war ihre Flucht zu Ende – einzig Cort Nielsen rettete sich noch einige Kilometer weiter und gewann den Bergpreis auf über 800 Meter Höhe in Oberhof. Damit sicherte sich der Däne mit acht Punkten die Bergwertung dieser Deutschland Tour. Im Anschluss verlief die Strecke weitestgehend ohne Schwierigkeiten bis nach Erfurt. Zwischenzeitlich attackierte erst der Luxemburger Ben Gastauer (AG2R) und später Joshua Huppertz aus Aachen (Team Lotto Kern-Haus); beide kamen allerdings nicht weit. Die Entscheidung fiel auf zwei Schlussrunden mit ansteigender Zielgeraden in Erfurt, auf denen insbesondere Deceuninck–Quick-Step ein hohes Tempo forcierte. Den Tagessieg verpasste die belgische Mannschaft aber knapp. Bester deutscher Fahrer im Tagesergebnis war Simon Geschke (CCC), der im Sprint aus der Gruppe heraus Platz zehn erreichte. „Es war noch einmal eine schwere Etappe und ich hätte nicht gedacht, dass die Gruppe am Ende so klein ist. Deshalb konnte ich auch in den Sprint reinhalten. In der Gesamtwertung bin ich leider nicht ganz so weit vorne, wie ich gehofft hatte. Die Tour hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht“, sagte Geschke. Der gebürtige Berliner beendete die Deutschland Tour schlussendlich mit 23 Sekunden Rückstand auf Platz zwölf als bester deutscher Profi in der Gesamtwertung. Mitfavorit Emanuel Buchmann (Bora–hansgrohe) landete einen Platz dahinter auf Rang 13, ebenfalls mit 23 Sekunden Rückstand auf den Gesamtsieger Jasper Stuyven. Für den Kletterspezialisten fehlten im diesjährigen Profil der Deutschland Tour längere Anstiege. © Deutschland Tour/Henning Angerer OKTOBER 2019 | PROCYCLING 35