Aufrufe
vor 10 Monaten

Procycling 03.19

  • Text
  • Fahrer
  • Rennen
  • Procycling
  • Nibali
  • Siege
  • Giro
  • Teams
  • Saison
  • Images
  • Etappe

DIE STARS VON MORGEN

DIE STARS VON MORGEN FELIX GROSSSCHARTNER TEAM BORA–HANSGROHE (25 Jahre, 4. Profisaison) Dort weitermachen, wo er am Ende des vergangenen Jahres aufgehört hat – bereits bei der Vuelta a San Juan Ende Januar in Argentinien hat Felix Großschartner dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Nach einer sehr guten Saison 2018 mit einem äußerst starken Finale bei der chinesischen WorldTour-Rundfahrt Tour of Guangxi, die er auf Rang zwei abschloss, zeigte der 25-jährige Österreicher in Südamerika erneut sein Talent: Nach einem starken vierten Platz im Einzelzeitfahren und weiteren guten Leistungen in den Bergen beendete er das siebentägige Etappenrennen auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung. „Natürlich bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden. Und es zeigt, dass ich ziemlich gut in Form bin“, freute er sich nicht umsonst. Der gute Saisonstart kommt Großschartner gerade recht. 2019 könnte er nämlich noch stärker als je zuvor zum Leistungsträger bei Bora–hansgrohe werden – und es damit seinem bereits als Kapitän gesetzten Landsmann Patrick Konrad gleichtun. Wie Konrad ist Großschartner nämlich ein Spezialist für die Berge und kann zudem auch noch sehr gut Zeitfahren. Nicht wenige sehen ihn deshalb als jemanden, der früher oder später das Potenzial besitzt, nicht nur gute Platzierungen einzufahren, sondern auch zu gewinnen. „Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, dass ich ein regelmäßiger Podiumsfahrer bei mittelschweren Etappenrennen werde“, zeigt sich der Welser selbstbewusst. Langfristig könnten für ihn dabei durchaus auch die großen Landesrundfahrten interessant werden. „Ich denke schon, dass ich das Potenzial dafür besitze. Aber ich bin auch erst 25. In fünf Jahren kann das dann vielleicht ein Thema werden“, gibt er sich hier noch zurückhaltend. ZIEL WORLDTOUR-SIEG 2019 soll zuerst einmal der erste Sieg folgen. Denn bis dato stehen zwar bereits zahlreiche Topplatzierungen – wie etwa bei der Vuelta San Juan – aber eben noch kein Profierfolg in seinem Palmarès. Um das zu ändern, hat Großschartner über den Winter an verschiedenen Stellschrauben gedreht – insbesondere beim Training: „Im vergangenen Jahr habe ich hier einige Fehler gemacht. Als es beispielsweise nach dem Giro gut lief, habe ich voll weiter trainiert, weil ich dachte, ich müsste jetzt erst richtig Gas geben. Dadurch bin ich aber natürlich müde geworden. Für 2019 will ich hier weniger emotional zu Werke gehen. Die Zauberformel heißt Mut zur Pause“, erzählt er. Das will er schon in den nächsten Wochen beherzigen. Nach dem starken Saisonstart in Argentinien wird sich Großschartner bis Anfang März nämlich gänzlich auf sein Training konzentrieren. In Paris– Nizza wird er als Co-Kapitän von Patrick Konrad an den Start gehen, ehe ein weiteres Höhentrainingslager folgt. „Danach kommen dann mit der Türkei-Rundfahrt, der Tour de Romandie und der Kalifornien- Rundfahrt drei Rennen, bei denen ich vorne mitfahren will“, sagt er. Gelingt ihm das, winkt im Herbst zudem eine freie Rolle bei der Vuelta. Das Ziel dort sei, so Großschartner, ein Etappensieg. Setzt er seinen Weg genau so fort wie in den letzten Monaten, dürfte der Österreicher die besten Chancen haben, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. © Bora–hansgrohe/VeloImages (2x) PALMARÈS 2018 Österreichischer Vizemeister Straßenrennen 2. Platz Gesamtwertung Tour of Guangxi (WT) 2. Platz 4. Etappe Tour of Guangxi (WT) 3. Platz 20. Etappe Giro d’Italia (GT) 3. Platz Gesamtwertung Hammer Series Hong Kong (2.1) 3. Platz Österreichische Meisterschaft Zeitfahren 7. Platz GP Kanton Aargau – Gippingen (1.HC) 9. Platz Gesamtwertung Volta ao Algarve (2.HC) 10. Platz Gesamtwertung Paris–Nizza (WT) 46 PROCYCLING | MÄRZ 2019

DIE STARS VON MORGEN Mit gerade einmal 23 Jahren steht Lennard Kämna noch ganz am Anfang seiner hoffnungsvollen Karriere. Und dennoch startet der Youngster aus den Reihen des Teams Sunweb bereits in seine dritte Saison als Radprofi. Dabei hat Kämna bereits mehr Höhen und Tiefen erlebt als manch altgedienter Berufsradfahrer: Nachdem er in den Nachwuchsklassen zur absoluten Weltelite gezählt hatte und unter anderem Zeitfahrweltmeister der Junioren (2014) und Vizeweltmeister der U23 auf der Stra- LENNARD KÄMNA TEAM SUNWEB (23 Jahre, 3. Profisaison) ße (2017) geworden war, war die Saison 2018 für ihn von Krankheiten und einer langen Auszeit im Sommer gezeichnet. „Ich hatte schon einen suboptimalen Winter mit mehreren Rückschlägen. Dann bin ich einfach nicht mehr in den Tritt gekommen“, blickt er auf die vergangenen zwölf Monate zurück, in denen ein 17. Platz in der Gesamtwertung der Dänemark-Rund - fahrt sein bestes Resultat darstellte. Um aus dem Krankheitskreislauf auszubrechen, entschied sich Kämna im Sommer zu einem ungewöhnlichen Schritt: Ganze zwei Monate lang stellte er sein Rad in die Ecke. „Ich habe gemerkt, dass mir mein Körper Signale gesendet hat, dass ich so nicht weitermachen könne. Also habe ich Tempo rausgenommen – und die Auszeit abseits des Sattels genossen“, erzählt er. Mit Erfolg: Im Sommer kehrte er in deutlich besserer Verfassung zurück – auch wenn die absoluten Topplatzierungen ausblieben. „Ich hatte in Dänemark und auch später bei der Deutschland Tour trotz der langen Pause eine anständige Form. Aber natürlich hat dann die Grundlage gefehlt, sodass ich diese nicht lange halten konnte“, so Kämna, der die Saison unter anderem mit den U23-Weltmeisterschaften und der chinesischen Tour of Guangxi abschloss. NEUSTART IM JAHR 2019 Gerade dieses von Rückschlägen gekennzeichnete vergangene Jahr könnte 2019 dabei für das Talent aus Wedel der Schlüssel zum Erfolg sein. Er wisse nämlich, sagt Kämna heute, nicht nur seinen Körper besser einzuschätzen, sondern gehe nun auch mit mehr Gelassenheit an den Start. „Wenn ich etwas in der vergangenen Saison gelernt habe, dann war es die Tatsache, dass nicht immer alles nach Plan verläuft – und damit muss man eben umgehen können“, erklärt er. Aus diesem Grund will sich Kämna auch keine großen Ziele für 2019 setzen – auch wenn ihm viele Experten vor allem im Zeitfahren und bei kleineren Rundfahrten Großes zutrauen. „Ich muss meine Erwartungshaltung natürlich dem Leistungsstand anpassen, den ich zum Saisonende hatte. Aber sicherlich habe ich die Hoffnung, dass ich mich weiterentwickle. Die Basis dafür ist aber, dass ich genügend Rennkilometer in die Beine kriege und eine verletzungs- und krankheitsfreie Saison erlebe“, blickt der Sunweb-Fahrer bescheiden voraus. Dass sein Team voll auf ihn setzt, zeigt sein Rennprogramm: Mit Tirreno–Adriatico, der Katalonien-Rundfahrt, dem Flèche Wallonne und dem Amstel Gold Race stehen gleich mehrere WorldTour-Rennen in Kämnas Frühjahrskalender. Die Basis dafür hat er mit einem trainingsreichen Winter zumindest schon einmal gelegt: Seit November konnte er nämlich zu 100 Prozent trainieren – ganz ohne Krankheit. Lennard Kämna will in diesem Jahr seine schwierige Saison 2018 vergessen machen. PALMARÈS 2018 17. Platz Gesamtwertung Dänemark-Rundfahrt (2.HC) 22. Platz Gesamtwertung Deutschland Tour (2.1) © Team Sunweb (2x) MÄRZ 2019 | PROCYCLING 47