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Procycling 04.19

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PROLOG Continental Grand

PROLOG Continental Grand Prix 5000 TL CONTI SCHAFFT DEN ANSCHLUSS Über zehn Jahre lang war der Grand Prix 4000 für viele Radsportler das Maß aller Dinge. Mit der Zeit geriet der Klassiker jedoch unter Druck; nun aber hat Continental zum Gegenschlag ausgeholt und mit dem Grand Prix 5000 einen Reifen präsentiert, der seinen Vorgänger in allen Belangen überflügelt. Der Hersteller gibt zwölf Prozent weniger Rollwiderstand und einen um 20 Prozent verbesserten Pannenschutz an. Und es kommt noch besser: In der ebenfalls neu vorgestellten Tubeless-Version bietet der GP 5000 noch einmal um fünf Prozent bessere Leistungen. Unabhängigen Messungen zufolge ist der Abstand beim Rollwiderstand sogar noch größer: Der mit rund 300 Gramm nicht sehr leichte, dafür aber äußerst stabile GP 5000 rollt besser als filigrane Wettkampfreifen à la Conti TT und Vittoria Corsa Speed. Durch seinen speziellen Aufbau kann der GP 5000 TL auch ohne Dichtmittel gefahren werden, ohne Luft zu verlieren – für den unwahrscheinlichen Fall eines Defekts kann man dann einfach einen Schlauch einziehen, ohne sich mit Latexmilch zu bekleckern. Wer wie üblich mit Milch fährt, bekommt von einem Durchstich im Idealfall nichts mit. Die Montage läuft vergleichsweise einfach ab; je nach Felge ist nicht einmal ein Kompressor nötig, um den Reifen dicht zu bekommen. In der Praxis begeistert Contis Neuer auf Anhieb mit einem weichen, geschmeidigen Rollverhalten. Dazu kommt ein einzigartiger Kurvengrip, der auf Anhieb viel Sicherheit vermittelt. Conti bietet den neuen Reifen in gleich vier Breiten von 23 bis 32 Millimeter an – für den reinen Renneinsatz ebenso wie für Räder, die schon in Richtung Gravel tendieren. Die Preisempfehlung für den Tubeless- Reifen liegt bei happigen 74,90 Euro, doch wie schon sein Vorgänger wird der GP 5000 auch günstiger angeboten. Ob konventionell oder schlauchlos: Wer einen neuen Reifen braucht, sollte den Grand Prix 5000 montieren. Preis: 74,90 Euro Gewicht: 306 g (gemittelt, 25 mm Breite) www.continental-reifen.de Tune Skyracer FEDERLEICHTER SITZ Gerade einmal 69 Gramm bringt Tunes neuester Sattel auf die Waage. Der gesamte Skyracer, inklusive Montageschienen und Sattelfläche, wird monolithisch in einem einzigen Fertigungsschritt hergestellt. Dadurch wird ein nahtloser Lastpfad zwischen den Schienen und der Sattelfläche ermöglicht. Diese durchgehende Faserverbindung führt zu entsprechend guten mechanischen Eigenschaften im Vergleich zu üblicherweise verwendeten Verbindungstechniken. Die ergonomische Form des Skyracers minimiert darüber hinaus den Druck auf den Dammbereich und leitet die Kräfte direkt in die Sitzbeine ein. Der Skyracer ist übrigens weltweit der erste Carbonsattel, der sich komplett recyceln lässt. So wurde das üblicherweise verwendete Epoxyd-Harz, welches die Carbonfasern zusammenhält, durch ein Luftfahrt-zugelassenes Thermoplastmaterial ersetzt, das von Tune vollständig recycelt werden kann. Preis: 335 Euro Gewicht: 69 g www.tune.de 22 PROCYCLING | APRIL 2019

PROLOG Campagnolo Super Record EPS CAMPA WIRD ZWÖLFFACH Nachdem Campagnolo bereits im vergangenen Jahr die ersten Rennrad-Gruppen mit zwölf Ritzeln vorgestellt hatte, die damals noch mechanisch waren, ist nun die elektronische Variante dran: Ab sofort ist das High-End-Zugpferd Super Record EPS mit dem zusätzlichen Ritzel erhältlich, das bei gleichbleibend feiner Abstufung einen größeren Übersetzungsumfang ermöglicht. Die Italiener bieten zwei Kränze an, 11-29 (11-12-13-14-15-16-17-19-21-23-26-29) sowie 11-32 (11-12-13-14-15-16-17-19-22-25-28-32), die auf herkömmliche Campagnolo-Freiläufe passen, was das Umrüsten erleichtert. Wie bei der mechanischen Zwölffach-Gruppe können beide Kassetten mit dem gleichen Schaltwerk bedient werden. Die neue EPS hebt sich vor allem optisch von ihrer Vorgängerin ab und schließt nun zu den mechanischen Zwölffach-Gruppen auf, von denen sie unter anderem die neue, flächige Kurbelgarnitur übernimmt. Jeweils zwei der vier Arme des Kurbelsterns sind durch Carbonbrücken verbunden, die eine bessere Verteilung der auftretenden Kräfte sicherstellen sollen. Wie man bei Campagnolo betont, werden die Ober - flächen in keiner Weise nachbehandelt oder lackiert, wenn die Bauteile aus der Form kommen – die Oberfläche ist das blanke Carbon in seiner UV-beständigen Harzmatrix. Die Ergopower-Hebel gehen leicht verändert ins Rennen; sie weisen andere Oberflächen auf und sind ergonomisch weiter verfeinert worden. Völlig neu ist die Elektronik, was auch bedeutet, dass Elffach-EPS-Hebel nicht „umprogrammiert“ werden können. Diverse Individualisierungsoptionen für individuelle Schaltfunktionen sind ebenso möglich wie die Kommunikation mit Smartphones und Radcomputern via Bluetooth und ANT+. Neu ist der Akku, der schlanker und länger geworden ist, um in noch mehr Rahmen zu passen, und eine um zehn Prozent größere Kapazität aufweist. SCHALTFEHLER FAST AUSGESCHLOSSEN Auf der Straße erfreut die elektronische Schalt - gruppe mit exakten Gangwechseln; auch unter Last wechselt die schmale Kette geschmeidig von einem Ritzel zum nächsten oder von einem Kettenblatt aufs andere. Das Campagnolo-Prinzip, jedem Hebel eine klare Funktion zuzuteilen (die Daumentaste zum Wechsel aufs kleinere Ritzel bzw. Kettenblatt, der Hebel zum Schalten in Gegenrichtung sowie der Bremshebel, der nur zum Bremsen da ist), erlaubt eine übersichtliche Bedienung, die Schaltfehler weitgehend aus - schließt – auch wer das System selten nutzt, kommt gut damit klar. Unverändert gehen die in Kooperation mit Magura entwickelten Scheibenbremsen ins Rennen, die mit einem Finger am ergonomisch günstigen Hebel – auch in Bremsgriffhaltung! – einerseits feinfühlige Modulation, andererseits beherzte Verzögerung erlauben. Die im vergangenen Jahr vorgestellte neue Felgenbremse, die für die Zwölffach-EPS alternativ verfügbar ist, kann da natürlich nicht ganz mithalten, ist aber dennoch stark und gut dosierbar. Campagnolo gibt die Gewichte der Super Record EPS bzw. EPS DB mit 2.255 bzw. 2.505 Gramm (inklusive Bremsscheiben) an. Die Preise wirken mit 4.327 bzw. 4.677 Euro ausgesprochen deftig, liegen aber nur geringfügig über den Listen - preisen der entsprechenden Elffach-Gruppen. Am Markt sollten die neuen Gruppen deutlich günstiger sein. Preis: 4.327 Euro (Super Record EPS)/ 4.677 Euro (Super Record EPS DB) Gewicht: 2.255 g/2.505 g www.campagnolo.com APRIL 2019 | PROCYCLING 23