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Procycling 04.19

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INSIDER RICK ZABEL

INSIDER RICK ZABEL VERLORENE WOCHEN Eine Gehirnerschütterung kostet den Katusha-Alpecin-Profi das Frühjahr. Aufgezeichnet von Werner Müller-Schell, © Jojo Harper/Team Katusha-Alpecin (Porträt), David Ramos/Getty Images Erst das konsequente Wintertraining, dann die gute Form zu Jahresbeginn und oben drauf ein erfolgreicher Saisoneinstieg für das Team mit dem Sieg von Marcel [Kittel; Anm. d. Red.] bei der Mallorca Challenge – eigentlich begann 2019 perfekt. Doch ab Februar ging es bei mir bergab. Seit meinem Ausstieg bei der UAE Tour bin ich kein Rennen mehr gefahren – zum ersten Mal in meiner Karriere muss ich erfahren, wie es ist, wenn der Körper streikt. Es begann alles bei der Valencia- Rundfahrt. Auf der letzten Etappe stürzte ich auf den Kopf, spürte außer ein paar Kopfschmerzen aber zuerst nicht viel. Erst als die Schmer - zen nach ein paar Tagen nicht besser wurden, war ich alarmiert. Doch weder die Untersuchungen in der Heimat noch die des Teams zeigten direkt die Ursache. Ich fühlte mich trotzdem einfach nicht gut, war ständig müde und bekam bei der kleinsten Anstrengung sofort Kopfschmerzen. Nach und nach ging die Diagnose entsprechend in Richtung Gehirnerschütterung – auch wenn die Scans meines Kopfes nichts Konkretes ergaben. Natürlich legte ich eine Trainingspause ein und hoffte auf ein Comeback bei der UAE Tour. Dort zeigte mir mein Körper aber erneut seine derzeitigen Limits auf: Im Mannschaftszeitfahren wurde ich schon nach einem Kilometer abgehängt – und auf der zweiten Etappe musste ich schließlich vom Rad steigen. Ich brauchte also noch mehr Ruhe – eine Phase, die sich bis Mitte März hinzog. Das ist umso enttäuschender, als dass ich große Ziele für die Klassiker hatte. Momentan ist aber an ein Rennen wie die Flandern-Rundfahrt gar nicht erst zu denken – stattdessen wird sich mein Formaufbau um mindestens einen Monat nach hinten verschieben. Ihr könnt mir glauben: Das nervt mich tierisch! „ICH WAR FEST DAVON ÜBERZEUGT, DASS UNSER SYSTEM RUND UM DEN BLUTPASS SO SICHER IST, DASS MAN NICHT DOPEN KANN – ICH WURDE EINES BESSEREN BELEHRT.“ Unabhängig vom Sportlichen möchte ich diese Kolumne auch dazu nutzen, zu den aktuellen Geschehnissen rund um den Dopingskandal in Erfurt Stellung zu beziehen. Ich bin genauso aus allen Wolken gefallen wie ihr, und wenn mich im Februar jemand gefragt hätte, ob der Profiradsport sauber ist, hätte ich ja gesagt. Ich war fest davon überzeugt, dass das System um den Blutpass so sicher ist, dass man nicht dopen kann – ich wurde eines Besseren belehrt. Stefan Denifl kannte ich nicht, aber Georg Preidler ist ein so netter, hochgebildeter Kerl, dem ich so eine Dummheit nie zugetraut hätte. Seine Begründungen kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin selbst kein Siegfahrer, und wenn dann 80 andere am Berg deutlich schneller sind, ist das nicht schön – vor allem, wenn man im Training das Maximum aus sich herausholt. Aber jeder Mensch hat andere körperliche Limits und daher bin ich auch ohne große Erfolge stolz auf das, was ich erreicht habe. Nach Auf der Suche nach der Form. Nach einer langen Auszeit aufgrund einer Gehirnerschütterung hofft Rick Zabel auf ein baldiges Comeback. dem Geständnis meines Vaters habe ich schließlich gesehen, wie hoch die Fallhöhe sein kann, wenn man zu unerlaubten Mitteln greift. Ich kann nur hoffen, dass die Kontrollen nun noch engmaschiger werden und wirklich jeder Betrüger auffliegt und seine harte Strafe bekommt. Und ich hoffe auch, dass das schnell passiert. Schließlich will keiner, dass der Profiradsport wieder in einem monatelangen Dopingskandal versinkt, sondern dass das Sportliche wieder in den Mittelpunkt rückt – auch für mich. Je nach Gesundheitszustand werde ich Ende März wieder ins Renngeschehen einsteigen. Klar ist aber, dass ich die volle Klassiker-Saison nicht mehr bestreiten werde. Nach der langen Pause wird es wohl ein abgespecktes Programm mit Rennen wie den Drei Tagen von De Panne und einigen Halbklassikern geben. Mein Ziel ist aber, zumindest bei Paris–Roubaix wieder am Start zu stehen. Ich halte euch auf dem Laufenden! Geboren am 7. Dezember 1993, zog es den Sohn von Erik Zabel schon früh zum Radsport. Nach guten Platzierungen bei den Junioren wechselte er 2012 zum Rabobank Development Team. 2014 wurde Rick Zabel Profi bei BMC und fuhr drei Jahre bei der US-amerikanischen Equipe. 2017 wechselte er zu Katusha-Alpecin und bestritt erstmals die Tour de France und die Straßen-WM. 24 PROCYCLING | APRIL 2019

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