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Procycling 04.19

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PROLOG KLETTERPRÜFUNG

PROLOG KLETTERPRÜFUNG IN DER WÜSTE Ein Blick auf die Bergleistungen bei der UAE Tour. Text Werner Müller-Schell © Strava (Screenshot) Eine schwierige Bergankunft in der Wüste – und das Ende Februar. Der im Rahmen der dritten Etappe der UAE Tour Ende Februar absolvierte Jebel Hafeet ist mit 1.249 Metern nicht nur einer der höchsten Berge der Vereinigten Arabischen Emirate, sondern war in diesem Jahr – einmal abgesehen von den Anstiegen der Mallorca Challenge – die erste große Kletterprüfung im internationalen Profiradsport. Keine geringeren Topfahrer als Alejandro Valverde, Primoz Roglic, Ilnur Zakarin, Daniel Martin und Tom Dumoulin trafen bei der neun Kilometer und 700 Höhenmeter umfassenden Prüfung aufeinander. Am Ende machte Valverde im Schlussspurt vor Roglic das Rennen – und holte sich seinen ersten Sieg in den Farben des Weltmeisters. Mittendrin im Spektakel: Bora- Youngster Emanuel Buchmann. Als Tagesvierter verlor der 26-jährige Ravensburger auf den siegreichen Weltmeister Alejandro Valverde gerade einmal vier Sekunden und bewies damit einmal mehr, dass man ihn in diesem Jahr definitiv auf der Rechnung haben sollte. Sowohl für Valverde und Roglic als auch für Buchmann war die Leistung am Jebel Hafeet übrigens der Grundstein für ihre spätere Gesamtplatzierung bei der UAE Tour: Roglic gewann das siebentägige Rennen durch die Wüste, Valverde wurde Zweiter und Buchmann hinter Groupama-Nachwuchshoffnung David Gaudu Vierter. 390 WATT FÜR DEN SIEG Valverde sicherte sich dabei auch den Gewinn unserer Strava-Wertung am Berg in der Wüste: Mit einer Fahrzeit von 23:53 Minuten bewältigte er die 9,2 Kilometer, was einer für diesen frühen Zeitpunkt der Saison sehr starken Bergleistung von 28 PROCYCLING | APRIL 2019

PROLOG Alejandro Valverde gewinnt die dritte Etappe der UAE Tour am Jebel Hafeet. Seinen Strava-Ride gibt es unter www.strava.com/activities/ 2176901881. rund 1.670 Höhenmetern pro Stunde gleichkommt. Valverde, der auf Strava unter dem Decknamen Bala Balin agiert, blieb damit allerdings knapp hinter seinem persönlichen Streckenrekord: Im vorherigen Jahr hatte er den Anstieg in 23:18 Minuten bewältigt – und damit die bis heute gültige Strava-Bestzeit aufgestellt. Spannend an Valverdes Strava-Upload ist, dass der 38-jährige Spanier seine Leistungsdaten freigab: So trat Valverde im Schnitt 387 Watt. Gerechnet auf sein Körpergewicht von 61 Kilogramm ergibt dies einen Durchschnittswert von über 6,3 Watt pro Kilogramm – auch das ist ein beachtlicher Wert, der zeigt, dass der Weltmeister seine Hausaufgaben über den Winter gemacht hat. Emanuel Buchmann gab seine GPS-Daten dieses Mal leider nicht frei. Das ist insofern ungewöhnlich, als der Bora-Profi gewöhnlicherweise sehr offen auf Strava agiert. Verglichen mit dem vergangenen Jahr hat Buchmann, der damals seine Zeit auf Strava hochgeladen hatte, aber definitiv einen deutlichen Leistungssprung gemacht. So fuhr er den Anstieg 2018 in 24:41 Minuten. In diesem Jahr war er über 40 Sekunden schneller. Das Strava-Ranking Jebel Hafeet (9,2 Kilometer/ 663 Höhenmeter) 1. Alejandro Valverde Movistar 23:53 Minuten* 2. James Knox Quick-Step 24:29 Minuten 3. Jan Hirt Astana 24:30 Minuten 4. Michal Kwiatkowski Sky 24:42 Minuten 5. Geoffrey Bouchard AG2R 24:50 Minuten 6. D. Caruso Bahrain-Merida 24:53 Minuten 7. L. De Plus Team Jumbo 25:05 Minuten 8. B. Bookwalter Mitchelton-Scott 25:09 Minuten 9. Pavel Sivakov Sky 25:20 Minuten 10. Aurélien Paret-Peintre AG2R 25:29 Minuten * Gewertet wurden nur aktive Radprofis und ihre persönliche Bestzeit im Rahmen der UAE Tour 2019. © Justin Setterfield/Getty Images