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Procycling 04.19

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36 PROCYCLING | APRIL

36 PROCYCLING | APRIL 2019

GREG VAN AVERMAET sehr spät. Dann fängst du an, Namen auf den Tisch zu legen. Es ist nett, das Vertrauen des Teams zu haben, wenn du das tun kannst.“ Er kann bei der Personalpolitik mitreden. „Du hast einigen Einfluss, aber Jim entscheidet, wer kommt und wer nicht. Wenn Jim dagegen ist, ist es nicht möglich. Und dann ist da der Preis der Fahrer. Es hängt von vielen Faktoren ab, aber du sagst deine Meinung dazu, und dann ist es der Manager, der entscheidet, ob er die Meinung für richtig hält oder nicht.“ Van Avermaets Etappensieg bei der Volta Valenciana spricht dafür, dass er und sein Management eine gute Wahl getroffen haben. Auch im Oman hat CCC eine gesunde Portion Moral gezeigt, obwohl Van Avermaets bestes Resultat ein zweiter Platz hinter Sonny Colbrelli auf der 4. Etappe war. Resultate waren bei den Rennen zu Beginn der Saison zwar wichtig, aber vor allem gaben sie Van Avermaet eine Möglichkeit, die neuen Rekruten des Teams kennenzulernen. „Oft ist er sehr eigen und will nicht zu viel Unterstützung. Wenn er ein Problem hat, sagt er es. Es ist selten, aber dann musst du wirklich zuhören“, sagt Michael Schär, Van Avermaets Teamkollege seit 2011. „Er kennt die Rennen, er trainiert jeden Tag auf der Strecke. Er kann sie fast blind fahren, was cool für ihn ist, aber es ist schwer für Fremde, wenn sie zum Team kommen, den Parcours kennenzulernen. Er bewegt sich sehr geschmeidig durch das Peloton.“ Das Frühjahrsrennen, das Van Avermaet gewinnen möchte, ist die Flandern-Rundfahrt. Es gibt einen guten Grund, warum sich das Rennen zu einem zentralen Fokus entwickelt hat, zumindest für die Medien, wenn es um ihn geht. „Es ist mein Heimrennen und ich glaube, es liegt mir am besten. Es sind kurze Anstiege, und ich bin meistens ein besserer Kletterer als alle Klassiker-Fahrer. Wenn du meine Ergebnisse siehst und sogar Van Avermaet jubelt 2017 in Roubaix – sein erster Sieg bei einem Monument! eine Bergetappe der Tour, wenn ich es wirklich drauf anlege, bin ich besser als jeder andere Klassiker-Fahrer“, sagt er. „Flandern ist nicht so leicht, du hast diese explosiven Anstiege, und auf dem Kopfsteinpflaster musst du schnell sein, was ich bin. Es ist ein langes Rennen, und ich glaube, es liegt mir mehr als jedes andere Rennen, aber ich habe es bisher nicht gewonnen.“ Van Avermaet hat in der Tat ein Faible für den schweren Klassiker. Er war zweimal Zweiter der Flandern-Rundfahrt – 2014 und 2017 – und fünfmal in der Top Five vertreten. Warum hat er das Rennen also noch nicht gewonnen? „Ich war zweimal nahe dran, die Flandern- Rundfahrt zu gewinnen, aber es waren die Umstände. In einem Jahr war ich mit Stijn Vandenbergh vorn, aber er konnte nicht mit mir fahren. Es war 2014, und wenn er mit mir gefahren wäre, hätte ich Flandern gewonnen. Wenn Patrick Lefevere damals im Auto zu Vandenbergh gesagt hätte, ja, du kannst mit ihm gehen und versuchen, ihn im Sprint zu schlagen, oder versuchen, ihn auf den letzten vier Kilometern anzugreifen, hätte ich Flandern gewonnen“, sagt Van Avermaet. „Aber manch mal liegt es nicht in deiner Hand, und einige Teams fahren gegen dich. Oder du hast Pech in bestimmten Momenten und verpasst ein weiteres Jahr.“ Er fügt hinzu: „Ich bin fast 34 und habe Flandern noch nicht gewonnen. Aber ich habe noch Zeit und ich bin sicher, dass ich noch ein paar Chancen habe. Ich würde Flandern liebend gern gewinnen, aber ich mache mich deswegen nicht verrückt. Wir werden sehen, wie es läuft.“ 2011 Er fährt sehr aktiv und greift kurz vor dem Taaienberg an, aber man lässt ihn nicht weg. Auf dem Pflaster bei Mater will er sich davon machen, doch 45 Kilometer vor dem Ziel wird er gestellt. Wird am Ende 22. 2012 Van Avermaet schrammt mit einem vierten Platz schmerzhaft knapp am Podium vorbei. Er verpasst die dreiköpfige Gruppe, die um den Sieg kämpft, gewinnt aber den Sprint der Verfolger. 2013 Noch eine gute Platzierung für Van Avermaet, der im Hauptfeld Siebter wird. Der Attacke von Cancellara und Peter Sagan am Oude Kwaremont konnte er nicht folgen. 2014 Mit Stijn Vandenbergh greift er 33 Kilometer vor dem Ziel an, doch dann kommen Cancellara und Sep Vanmarcke heran. Im Zielsprint wird er Zweiter hinter dem starken Schweizer. © Yuzuru Sunada (Zeitleiste), Getty Images (oben) APRIL 2019 | PROCYCLING 37