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Procycling 04.19

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DAS GROSSE INTERVIEW

DAS GROSSE INTERVIEW Flandern ist der Klassiker, der Van Avermaet am meisten liegt, doch ein Sieg steht noch aus. Die CCC-Sportdirektoren sagen, als erfahrener Profi brauche Van Avermaet nicht viel Anleitung. Aber dieses Jahr mischten sie sich doch ein. Der Puncheur eröffnete seine Frühjahrs-Offensive beim Omloop Het Nieuwsblad, wo er Zweiter hinter Ždenek Štybar (Deceuninck) wurde. Traditionell wäre Van Avermaet am folgenden Tag bei Kuurne–Brüssel–Kuurne gestartet, aber er hörte auf die Anweisungen der Mitarbeiter, in diesem Jahr darauf zu verzichten – um höherer Ziele willen. Van Avermaet hat das ganze Frühjahr im Blick. Er argumentiert wie andere im Peloton, dass man, wenn man sich nur auf ein Rennen wie etwa Flandern konzentriere, seine Chancen bei den anderen schmälere. „Ich denke von Nieuwsblad bis Amstel Gold Race. Das ist der Zeitraum, in dem ich gut sein will. Es ist fast unmöglich, nur eines anzupeilen, denn wenn du in der Vorwoche beim E3 oder Gent– Wevelgem nicht gut bist, wirst du Flandern auch nicht gewinnen“, sagt er. „Es beginnt mit Nieuwsblad; wenn du da schon gut bist, ist es wirklich prima, und wenn du da gewinnen kannst, ist es noch besser. Dann kommt es von alleine. Du hast das Selbstvertrauen, du hast die Form, und dann behältst du sie so lange wie möglich … Ich will in diesem Zeitraum gut sein, nicht nur bei einem Rennen.“ Mit einem Debütsieg bei der Flandern-Rundfahrt könnte er ein weiteres Häkchen auf seine To-do-Liste setzen, aber ein starkes Frühjahr definiert nicht, ob eine Saison ein Erfolg oder Misserfolg für Van Avermaet ist. „Wenn du einen guten Sieg bei den Klassikern hast, ist es das ganze Jahr über einfacher, aber ich sage immer: Ich bin mehr als nur ein Klassiker-Fahrer. Bei einigen Fahrern hängt die Saison wirklich von den Klassikern ab, sie müssen Leistung bringen. Es ist wirklich schwer, etwas anderes zu machen“, erklärt er. „Ich habe das Gefühl, dass Klassiker wichtig sind, aber ich kann immer noch eine Etappe der Tour der France gewinnen, ich kann das Gelbe Trikot tragen. Ich habe immer noch San Sebastián und auch die Weltmeisterschaft, um es zu einem besseren Jahr zu machen.“ Van Avermaet entwickelt vor einem Klassiker nach wie vor nervöse Energie, was im Widerspruch zu seinem Auftreten in der Lobby zu stehen scheint, wo er entspannt im Sessel lehnt, die Hände locker auf die Lehne gelegt, wie während des ganzen Interviews. „Du brauchst etwas Nervosität, um gut zu sein. Du musst hungrig sein“, sagt er. Van Avermaet ist weder der unter Amnesie leidende Bourne noch die Eintagsfliege Grenier. Er weiß, wo er herkommt, und der Ruhm hat seine Motivation nicht geschmälert. „Es geht nicht ums Geld, sondern darum, welche Ziele du dir steckst und welche Ziele du in deiner Karriere als Rennfahrer noch erreichen willst. Bei mir ist es immer noch, die Flandern-Rundfahrt zu gewinnen, und immer noch, eine Weltmeisterschaft zu gewinnen“, sagt er. „Mein Palmarès ist okay, aber er könnte viel besser sein. Für mich bedeutet das, jeden Tag mein Bestes zu geben, um so gut wie möglich zu fahren.“ © Yuzuru Sunada , Getty Images (2016) 2015 Wieder auf dem Podium, diesmal auf Platz drei. Er versucht, an Alexander Kristoff und Niki Terpstra heranzukommen, die am Kruisberg attackiert haben, wird aber nur der Beste vom Rest. 2016 Geht als einer der Favoriten ins Rennen, stürzt dann aber mit vier Kollegen von BMC über 100 Kilo - meter vor dem Ziel auf dem Kopfsteinpflaster vor Haaghoek und bricht sich das Schlüsselbein. 2017 Es sieht so aus, als könnte er den solo vorausfahrenden Gilbert einholen, doch dann kommt der unglückliche Sturz am Kwaremont mit Sagan und Oliver Naesen. Am Ende wird er wieder Zweiter. 2018 Van Avermaet wirkt weniger ag - gressiv als 2017, versucht aber, das Rennen am Taaienberg 38 Kilo - meter vor dem Ziel zu sprengen. Doch Quick-Step lässt sich nicht erschüttern und er wird Fünfter. 38 PROCYCLING | APRIL 2019

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