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Procycling 04.19

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NACHLESE UAE TOUR /

NACHLESE UAE TOUR / 24.02–02.03.2019 ROGLIČ SETZT AUSRUFEZEICHEN FÜR JUMBO © Getty Images ERGEBNIS Als die Organisatoren der Dubai Tour und der Abu Dhabi Tour letztes Jahr bekanntgaben, dass sie die beiden Rennen 2019 zu einer neuen siebentägigen UAE zusammenschließen würden, war das Ziel, das Beste aus beiden Welten herauszupicken, um „mehr Wirkung“ zu erzielen. Der Parcours bestand aus zwei Flachetappen, zwei welligen Tagesabschnitten, zwei Bergankünften und einem Mannschaftszeitfahren, wobei die Ankünfte am Hatta Dam von der Dubai Tour und am Jebel- Hafeet-Gipfel von der Abu Dhabi Tour die Schlüssel etappen waren. Die abgerundete Strecke sorgte dafür, dass das Rennen ein ebenso prominent besetztes Feld anzog wie seine Vorgänger: Es waren fast alle Topsprinter vertreten plus etliche Rundfahrer, darunter Tom Dumoulin, Vincenzo Nibali, Alejandro Valverde, Dan Martin und Primož Roglic. Die UAE Tour hatte alle Bestandteile des großen Rennens, auf das die Organisatoren aus waren, aber sie hatten vielleicht nicht damit gerechnet, dass die Gesamtwertung schon im Mannschafts - zeitfahren am ersten Tag entschieden würde. Primož Roglic’ Team Jumbo–Visma gewann die 16 Kilometer lange Prüfung gegen die Uhr, während der Slowene das Rote Trikot des Spitzenreiters mit sieben Sekunden gewann und es während der ganzen Woche nicht mehr abgab. Roglic ist schnell zu einem der Toprundfahrer des Pelotons aufgestiegen. Sein Sieg hier war das fünfte gewonnene Etappenrennen seit Anfang 2017, und das heißt, dass er seit Anfang 2018 nur einmal die Top Sechs in der Gesamtwertung verpasst hat – bei Tirreno–Adriatico, wo er Zeit verlor, weil er hinter einem Sturz aufgehalten wurde. Das Team hat in den letzten Jahren klug in Fahrer investiert; zwei ihrer Neuzugänge – Tony Martin und Laurens De Plus – haben sich bei der UAE Tour als weiterer sehr guter Griff erwiesen, während Jumbo–Visma sich weiter als ausgewogene Rundfahrertruppe hervorgetan hat. Das Mannschaftszeitfahren ist ein Gebiet, auf dem Jumbo–Visma viel investiert, um sich zu steigern – der Sieg auf der 1. Etappe war erst der zweite Sieg in dieser Disziplin seit 2011. Die Verstärkung mit Tony Martin und den Zeitfahrspezialisten Roglic und Jos van Emden verlieh dem Team die dringend nötige Feuerkraft für den Erfolg. Unterdessen tat sich der Belgier De Plus als wertvollster Mannschaftshelfer hervor, als die UAE Tour die entscheidenden Anstiege auf den Etappen 3 und 6 in Angriff nahm. Der 23-Jährige kam im Winter von Quick-Step und schlug bei den Bergankünften am Jebel Hafeet und Jebel Jais an der Spitze des Pelotons FAHRER TEAM ZEIT 1 Primož Roglič Jumbo–Visma 26:27:29 2 Alejandro Valverde Movistar + 0:31 3 David Gaudu Groupama-FDJ + 0:44 4 Emanuel Buchmann Bora–hansgrohe + 0:56 5 Wilco Kelderman Team Sunweb + 1:04 Caleb Ewans erster Saisonsieg 2019 bergauf am Hatta Dam war zugleich sein erster als neuer Sprinter im Team Lotto Soudal. 5 Siege bei Etappenrennen für Primož Roglič seit Anfang 2017 ein so hohes Tempo an, dass er viele der Gesamtklassement-Rivalen des Teams eliminierte und den Boden für Roglic’ zwei Etappensiege bereitete, mit denen dieser seinen Vorsprung ausbaute. Der Bereich, wo die UAE Tour noch mehr Fragen aufwarf, waren die Sprints. In den letzten beiden Jahren waren die Dubai Tour und die Abu Dhabi Tour normalerweise die einzigen Rennen vor der Tour de France, bei denen alle Topsprinter aufeinandertrafen, und das schien sich bei der UAE Tour fortzusetzen: Elia Viviani, Fernando Gaviria, Caleb Ewan und Marcel Kittel gehörten zu der Vielzahl teilnehmender Sprinter – tatsächlich war der einzige nennenswerte Abwesende Roglic’ Teamkollege Dylan Groenewegen. Die Sprints in der diesjährigen Saison dürften knapper denn je sein; der Abstand zwischen der Elite der schnellen Männer wird kleiner und die „neue Generation“ erreicht ihre Reife. Tatsächlich dominiert kein einzelner Sprinter, 80 PROCYCLING | APRIL 2019

NACHLESE SETMANA CICLISTA VALENCIANA / 21.–24.02.2019 WNT BRICHT TREK-DOMINANZ Clara Koppenburg und ihr WNT- Rotor-Team landeten bei der Setmana Ciclista Valenciana einen Sieg wie David gegen Goliath – sie nahmen Trek-Segafredo das Spitzenreitertrikot ab und sicherten den ersten Sieg des Teams 2019 sowie den ersten Profisieg der jungen Deutschen. Das Etappenrennen war das erste auf europäischem Boden 2019 für das Peloton der Frauen, und das prominent besetzte Trek-Team gab auf den beiden ersten Etappen den Ton an. Ruth Winder fuhr ins Spitzenreitertrikot, indem sie die 1. Etappe mit einem clever getimten Sprint gewann – sie beschleunigte in der letzten Kurve vor der Linie aus einer fünfköpfigen Ausreißergruppe heraus. Einen Tag später gewann ihre Teamkollegin Lotta Lepistö den Massensprint in Villarreal, nachdem Trek auf der Zielgeraden den Sprintzug organisiert hatte, bevor die Finnin die Leistung auf der letzten Etappe des Rennens wiederholte. Das sechsköpfige Aufgebot von Trek war ohne Frage mit prominenten Talenten gespickt, und die Erwartungen sind hoch, was sie dieses Jahr erreichen können. Ihre sieben Fahrerinnen hatten zusammen 115 Siege zu Buche stehen, bevor das Rennen begonnen hatte, und drei Etappensiege bestätigten die Dominanz, die viele Leute von ihnen erwarteten. Doch obwohl Trek im Flachen dominierte, war die 3. Etappe mit Bergankunft am Xorret de Cati entscheidend für die Gesamtwertung. Obwohl nur vier Kilometer lang, ist der Anstieg – der bei der Vuelta a España dreimal auf dem Programm stand – im Schnitt elf Prozent steil, an einer Stelle sogar 20 Prozent. Am Fuß des Anstiegs war Koppenburg vorn, nicht Trek. Nachund die Ausbeute jener Woche war gleichmäßig verteilt. Gaviria gewann die 2. Etappe, Ewan die 4. (wenngleich bei einer Bergankunft am Hatta Dam), Viviani die 5. und Sam Bennett die 7. Etappe. Aber die größte Auswirkung der UAE Tour dürfte erst bei den großen Rundfahrten in einigen Monaten zu sehen sein, wenn die Fahrer alle wieder aufeinandertreffen. Jumbo–Visma siegte beim Eröffnungszeitfahren auf Al Hudayriat Island und ging in Führung. dem sie einen Großteil ihrer bisherigen Karriere als Helferin verbracht hatte, bevor sie in diesem Jahr zu WNT wechselte, arbeitet die Rennfahrerin aus der Bodenseeregion daran, sich als Rundfahrerin zu verbessern. Und als die 23-Jährige zwei Kilometer vor der Linie attackierte, war sie so stark, dass sie eine Lücke riss, als Solistin mit 49 Sekunden Vorsprung gewann und das Trikot übernahm. Um sich den Gesamtsieg zu sichern, musste Koppenburg nur die letzte wellige Etappe nach Sagnut überleben, was sie tat. Trek hatte seine Kraft gezeigt, aber der Tag gehörte der jungen Koppenburg, die in ihrem fünften Jahr als Profi endlich ihren ersten Sieg feierte. Clara Koppenburg freut sich in Valen ciana über ihren ersten Profisieg. ERGEBNIS FAHRERIN TEAM ZEIT 1 Clara Koppenburg WNT–Rotor Pro Cycling 11:06:38 2 Soraya Paladin Alé Cipollini + 0:37 3 Ashleigh Moolman CCC-Liv + 0:42 4 Eider Merino Movistar + 1:16 5 Janneke Ensing Team Sunweb + 1:26 © Yuzuru Sunada, Velofocus (Koppenburg) APRIL 2019 | PROCYCLING 81