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Procycling 04.19

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RADTEST CORRATEC CCT

RADTEST CORRATEC CCT TEAM PRO DISC 4.499 € // www.corratec.com Der Renner aus dem Alpenvorland ist auf sportliche Fahrer zugeschnitten. Mit einem in Relation zur Oberrohrlänge vergleichsweise kurzen Steuerrohr bringt der Carbonrahmen seinen Piloten in eine eher flache, gestreckte Position, wie geschaffen für hohes Tempo. Das sich nach unten erweiternde Unterrohr bürgt für hohe Tretlagersteifigkeit; ein knapp bemessener Radstand sorgt für hohe Agi- FAZIT Mit sehr angenehmen Fahreigenschaften und hochwertiger Ausstattung spielt das CCT ganz vorne mit. Doch die außen geführten Bremsleitungen sind nicht zeitgemäß und gerade ange - sichts des recht hohen Preises schwer vermittelbar. lität, ohne dass sich das Rad nervös anfühlt. Die Raublinger kombinieren Shimanos Ultegra Di2 mit einem formschönen Rotor-Kurbelsatz und 160-Millimeter- Bremsscheiben, die für starke Verzögerung bei sehr guter Dosierbarkeit stehen. Die bestens funktionierende elektronische Schaltung bedient einen mit 11-28 eher sportlich abgestuften Kranz; die lange Schaltschwinge erlaubt es jedoch, eine bergtauglichere Übersetzung zu montieren. Eine gute Wahl in Sachen Gewicht ist der fahrfertige Mavic-Ksyrium-Disc- Laufradsatz – er wiegt gerade mal 2.775 Gramm, womit er viel dazu beiträgt, das Gesamtgewicht des Renners bei gut acht Kilo zu halten. Auffällig ist der knappe Durchlauf an der Gabel – schon für einen 28er dürfte es eng werden, was gerade bei einem Disc-Renner ungünstig ist. Das Vorderrad wird – nicht mehr ganz zeitgemäß – von einem klassischen Ausfallende gehalten, hinten findet sich jedoch eine moderne Steckachse. Während das Di2-Kabel auf der Oberseite des Unterrohrs im Rahmen verschwindet, werden alle Hydraulikleitungen außen geführt. Was dem Hersteller die Montage erleichtert, ist für den Nutzer ein optischer Nachteil, der sich gerade angesichts des hohen Preises eigentlich verbietet. SPECS Rahmen Corratec CCT Team Disc Gabel Corratec Pro Control Disc Fork Schaltung Shimano Ultegra Di2 Kurbelsatz Rotor Vegast Spider Laufradsatz Mavic Ksyrium Disc Bereifung Conti GP 4000s II 25 mm Vorbau/Lenker ZZYZX SL Alloy Sattel Fizik Antares R7 Stütze ZZYZX Twin Bolt Gewicht 8,06/1,28/1,49 kg (kpl. o. P./VR/HR) 90 PROCYCLING | APRIL 2019

RADTEST FUJI SL 2.3 DISC 2.999 € // www.fujibikes.com SPECS Rahmen Fuji C10 High Modulus Carbon Gabel Fuji FC-440 Carbon Schaltung Shimano Ultegra Kurbelsatz Shimano Ultegra Laufradsatz Oval Concepts 524 Disc Bereifung Vittoria Zaffiro Pro 25 mm Vorbau/Lenker Oval Concepts Sattel Oval Concepts X38 Stütze Oval Concepts 905 Carbon Gewicht 8,23/1,33/1,81 kg (kpl. o. P./VR/HR) Mit kräftiger Farbe und glatten Formen gefällt das Fuji auf den ersten Blick. Der Carbonrahmen ist mit gut gemachter interner Zugführung, Pressfit-Innenlager und Direct- Mount-Bremsen auf dem letzten Stand. Die Ultegra-Ausstattung funktioniert gewohnt perfekt; ein inzwischen ungewöhnliches Detail ist die Semi-Kompakt-Kurbel mit 52/36 Zähnen. Mit bis zu 30 Zähnen hinten ist der Übersetzungsumfang sehr groß. Fuji verbaut zahlreiche hauseigene Oval-Komponenten, so auch den wertigen, nicht ganz leichten Tubeless-Radsatz, der mit anständig rollenden Vittoria-Reifen besohlt ist. Der 25er füllt den Bauraum unter der Gabel fast vollständig aus – ein 28er dürfte vielleicht gerade noch so hindurchpassen. Eine wirklich befriedigende Lösung ist das letztlich nicht, nimmt es dem Rad doch das Potenzial für schlechtere Strecken. Die Geometrie zeigt allerdings, dass das SL 2.3 nicht unbedingt als Langstrecken-Tourer konzipiert ist: Das Stack-zu- Reach-Verhältnis offenbart eine sportlichgestreckte Sitzgeometrie, die auf schnelle Fahrer zugeschnitten ist. Diese finden mit 73 Grad Lenkwinkel und gut einem Meter Radstand ein ausgewogenes Fahrverhalten vor. Das Gewicht von gut über acht Kilogramm geht gerade angesichts der Preises in Ordnung, wobei der Radsatz aber Tuning-Potenzial bietet – wer hier nachrüstet, bringt das Rad leicht unter die 8.000-Gramm-Grenze. Doch auch so fährt sich das Fuji vorzüglich. FAZIT Das Fuji SL 2.3 Disc gefällt mit hochwertiger Ausstattung, schöner Optik und gutem Fahrverhalten. Mehr Platz unter der Gabel wäre wünschenswert, um die Verwendung breiterer Reifen zu ermöglichen. APRIL 2019 | PROCYCLING 91