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Procycling 06.2019

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PROLOG NEUE RUBRIK

PROLOG NEUE RUBRIK SCHAUFENSTER PRODUKTEMPFEHLUNGEN VIRTUELLER RADSPORT UND MEHR Im Schaufenster präsentieren wir regelmäßig die neuesten Produkte aus der Radsportwelt. Text Werner Müller-Schell & Caspar Gebel Fotografie Hersteller Zwift GIRO D’ITALIA AM COMPUTER Die Online-Trainingsplattform Zwift erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit, gleichermaßen unter Hobbyradsportlern und Rennfahrern. Pünktlich zum Beginn des Giro d’Italia schalteten die Macher nun einen neuen Kurs frei: Im Zuge der neuen Partnerschaft mit dem Giro-Veranstalter RSC Sport wurde so der 8,2 Kilometer lange Prolog-Kurs auf Zwift veröffentlicht – und zwar am selben Tag, an dem die Profis an den Start gingen. Wie in der Realität beginnt der Prolog in der historischen Stadt Bo logna und verfügt über ein sechs Kilometer langes Flachstück, endet jedoch mit einem steilen Anstieg von 2,1 Kilometern, der eine durchschnittliche Steigung von 9,7 Prozent und eine maximale von 16 Prozent aufweist. „Der Giro war immer ein aufregendes Rennen und wir hatten nie Angst, mit neuen Wegen die Begeisterung zu vergrößern. Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr einen neuen technologischen Fortschritt in das Rennen einbringen können. Dies gibt den Fans auf der ganzen Welt nicht nur die Chance, durch das Erleben einer Etappe dem Rennen näherzukommen, sondern auch den teilnehmenden Fahrern eine neue Möglichkeit, sich auf den Start des Rennens vorzu - bereiten“, so Paolo Bellino, CEO von RCS Sport. Vier der am Giro teilneh - menden ProfessionalContinental-Teams – Nippo Fantini, Bardiani, Androni Giocattoli und Israel Cycling Academy – testeten den virtuellen Kurs bereits. Zwifter können sich nun mit den Zeiten der Profis vergleichen. Weitere Informationen gibt es unter: www.zwift.com/giro 20 PROCYCLING | JUNI 2019

PROLOG Canyon EINSTIEG IN DEN E-RADSPORT „DIE MÖGLICHKEITEN SIND ENDLOS“ MIT CANYON STEIGT EINE GROSSE RADMARKE AMBITIONIERT IN DEN E-RADSPORT EIN. WIR SPRACHEN MIT TEAMCHEF RHYS HOWELL ÜBER DEN NEUEN TREND. Virtuelle Radrennen auf Plattformen wie Zwift und Co. sind eine neue Facette des Radsports. Immer mehr Firmen steigen in das Thema E-Racing ein, so nun auch Canyon: Mit Canyon ZCC startet man das erste ausschließlich auf E-Racing spezialisierte Profiteam. Die zehnköpfige Mannschaft besteht aus jeweils fünf Frauen und Männern, darunter mit Kristian Falck (Norwegen), Eva Buchholz (Deutschland) und Lionel Vujasin (Belgien) drei derzeitige nationale Zwift-Meister. „Das Engagement von Canyon im neuen Segment des E-Racings verdeutlicht das große Potenzial dieser neuen Variante des Radsports. Deshalb arbeiten unsere R&D-Teams derzeit in enger Abstimmung mit den Prüf- und Qualitätsingenieuren an neuartigen Testverfahren, mit denen die Kompatibilität aller grundsätzlich für den Einsatz in Indoor-Trainern geeigneten Rahmenplattformen sichergestellt werden kann. Unsere Garantie- und Gewährleistungsrichtlinien werden entsprechend überarbeitet, sobald die technischen Voraussetzungen erfüllt sind“, so Thorsten Lewandowski, Global Communications Manager bei den Koblenzern. Herr Howell, E-Radsport bekommt eine immer größere Aufmerksamkeit. Sogar die UCI denkt darüber nach, E-Sports-Weltmeisterschaften auszurichten. Wie weit wird dieser Trend gehen? Das Potenzial ist groß. Am Ende wird es darauf ankommen, ob genügend Budget vorhanden ist, um auch die großen Teams des Sports, die natürlich noch skeptisch sind, dafür zu begeistern. Wenn man den traditionellen E-Sport als Beispiel nimmt, ist das unausweichlich. Da aber die traditionellen Radrennställe eben noch skeptisch sind, gibt es Möglichkeiten für ein Team wie unseres, hier Pionierarbeit zu leisten. Was macht die Faszination am E-Radsport eigentlich aus? Das Tolle am E-Racing ist, dass man – wenn man das Indoor-Trainingsequipment sowieso schon hat –, sofort mit dem Rennenfahren anfangen kann. Es gibt eine große Flexibilität und man kann praktisch 24/7 irgendwo ein Rennen finden. Da es auch keine Gefahr gibt, zu stürzen, ist diese Art Radsport also sehr zugänglich. Was entgegnen Sie Skeptikern? Traditionalisten befürchten, dass dadurch weniger Leute auf der Straße Rad fahren würden. Wir glauben aber, dass das Gegenteil der Fall sein wird und die Leute noch mehr für den Radsport begeistert werden. Canyon ZCC bezeichnet sich als das erste E-Profiteam. Inwieweit kann man das mit einer Straßenprofimannschaft vergleichen? Im Moment stellen wir den Fahrern ein Paket im Wert von 10.000 Euro zur Verfügung. Das inkludiert Rad, Kit, Reisekosten, Indoor-Equipment und Sportnahrung. Ich kann mir aber vorstellen, dass E-Racing sich dahin entwickelt, dass die Fahrer auch ein Gehalt bekommen. Dafür muss aber erst mehr Geld in den Sport kommen. Canyon unterstützt mehrere Profiteams. Können wir irgendwann Stars wie Mathieu van der Poel in den ZCC-Farben erleben? Da hätten wir nichts dagegen und ich wäre nicht überrascht, wenn Mathieu das machen würde. Es gibt hier aber eine zweite Seite: Man muss die Leistungsniveaus der Nutzer beachten. Daher glaube ich, dass es ein Ligen- System braucht. Mehr zum Canyon-ZCC-Team findet man unter anderem auf: www.canyon.com Wie, glauben Sie, sieht die langfristige Zukunft des E-Radsports aus? Momentan ist es noch zu früh, um das zu sagen. Es kann aber eine Möglichkeit sein, Talente zu finden, wie wir es mit dem Canyon SRAM Racing Team bereits gemacht haben. Ich erwarte in jedem Fall mehr Live-Events, da diese wichtig für Sponsoren sind. Und natürlich auch neue Rennformate. Die Möglichkeiten sind endlos. Canyon hat mit „Canyon ZCC“ ein offizielles E-Racing-Profiteam gegründet. JUNI 2019 | PROCYCLING 21