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Procycling 07.2019

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PROLOG INSIDER RALPH

PROLOG INSIDER RALPH DENK EIN PERFEKTER GIRO Der Teamchef von Bora–hansgrohe blickt auf die Italien-Rundfahrt zurück. Aufgezeichnet von Werner Müller-Schell, © Bora–hansgrohe/BettiniPhoto Ein toller Giro liegt hinter uns. Vor dem Start in Bologna war unsere Zielvorgabe, zumindest eine Etappe zu gewinnen und einen Fahrer unter die besten Fünf in der Gesamtwertung zu bringen. Mit Rang sechs durch Rafał Majka, einem Tagessieg durch Cesare Benedetti sowie zwei Etappensiegen und dem Gewinn des Maglia Ciclamino des Punktbesten durch Pascal Ackermann haben wir dieses Vorhaben in jedem Fall erfüllt. Pascal hat dabei einmal mehr bewiesen, was für ein riesiges Talent in ihm steckt. Man darf nicht vergessen: Der Giro war seine erste Grand Tour überhaupt und wir alle wussten nicht, wie er drei Wochen Renntempo verkraften würde. Aus diesem Grund war es auch unser Ziel, ihn in der ersten Woche so stark wie möglich zu unterstützen, da er hier die größten Siegchancen haben würde. Wie Pascal das dann umgesetzt hat, war große Klasse. Sehr beeindruckt hat uns auch, wie er sich nach seinem Sturz bis zum Ende durchgebissen hat. Selbst in den Bergen erlebte er nur einmal eine Schwächephase und hat deshalb auch verdient die Punktewertung für sich entschieden. Ein Sportler, über dessen Erfolg wir uns alle sehr gefreut haben, ist Cesare Benedetti. Als Helfer ist er „PASCAL HAT DABEI EINMAL MEHR BEWIESEN, WAS FÜR EIN RIESIGES TALENT IN IHM STECKT. MAN DARF NICHT VERGESSEN: DER GIRO WAR SEINE ERSTE GRAND TOUR ÜBERHAUPT.“ einer der Fahrer im Peloton, die eher selten im Rampenlicht stehen – und dennoch ist er für unser Team enorm wichtig. Cesare fährt bereits seit 2010 bei mir im Team und ist seitdem zu einer unverzichtbaren Stütze geworden. Wann immer man ihn braucht, erledigt er seine Arbeit, er ist immer motiviert und nie krank – es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Loyalität er sich immer wieder unermüdlich in den Dienst der Mannschaft stellt. Und diesen unbändigen Willen hat er nun mit seinem Tagessieg auf der 14. Etappe auch noch in ein tolles Ergebnis umgemünzt – Chapeau! Unabhängig von den Einzelleistungen möchte ich aber den Auftritt der gesamten Mannschaft hervorheben. Alle acht Fahrer konnten den Giro in Verona beenden – auch das freut mich als Teamchef riesig, denn es zeigt, dass wir unseren Athleten das richtige Umfeld bieten, um ihre maximale Leistung abzuliefern. Die Stimmung im Team ist derzeit richtig gut, denn mit diesem Giro konnten wir unser erfolgreiches Frühjahr weiter fortsetzen. Mit Stand Anfang Juni stehen wir der - zeit bei 25 Saisonsiegen, im World- Pascal Ackermann holte beim Giro als erster Deutscher überhaupt das Maglia Ciclamino des Punktbesten. Tour-Ranking belegen wir hinter Deceuninck–Quick Step den zweiten Platz – damit können wir mehr als nur zufrieden sein. Zudem nimmt uns das auch für die kommenden Monate den Druck von den Schultern. Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Tour de France können wir nun viel befreiter auffahren, als wenn wir unbedingt noch Resultate bräuchten. Nichtsdestotrotz gehen wir mit hohen Zielen in das wichtigste Radrennen des Jahres: Wir wollen mit Peter Sagan unbedingt zum zweiten Mal das Grüne Trikot gewinnen. Dazu wollen wir noch einen Etappensieg einfahren und einen Fahrer unter die besten Zehn in der Gesamtwertung bringen. Rund um unsere Kapitäne Emanuel Buchmann, Patrick Konrad und Peter Sagan haben wir dafür jedenfalls eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Mehr zu unserem Tour- Aufgebot und unseren Plänen in Frankreich erzähle ich dann beim nächsten Mal. Ralph Denk ist Teammanager der deutschen WorldTour-Mannschaft Bora–hansgrohe. Nach jahrelanger Aufbauarbeit ist die Equipe mit Sitz im oberbayerischen Raubling seit 2017 in der höchsten Radsportliga aktiv. In Procycling berichtet Denk, in früheren Jahren selbst aktiver Rennfahrer, jeden Monat über seinen Alltag als Teamchef. 26 PROCYCLING | JULI 2019

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