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Procycling 07.2019

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© Chris Auld 36

© Chris Auld 36 PROCYCLING | JULI 2019

L E TO U R 20 19 RENNVORSCHAU pitänsrolle und ohne dass Froome in den Bergen zurückgepfiffen worden wäre. 2016 hatte es nur den Sieger Froome in den Top Ten, aber drei weitere Fahrer in den Top 20. 2017 erreichte es seine drei besten Positionen Erster, Vierter und 14.; letztes Jahr wurde es Erster, Dritter und 15. Aber wenn Bernal sein Potenzial entfaltet, können drei Mann die Top Ten oder sogar die Top Five anstreben. La Vie Claire hält den modernen Rekord für die Bevölkerung der Top Ten – Erster, Zweiter, Vierter und Siebter 1986. Das schafft Ineos vielleicht nicht ganz, aber annähernd. Dies ist das Hindernis, das mehr als alle Zweitausender zwischen den anderen Anwärtern und dem Gelben Trikot steht. Es könnte acht 2.000- Meter-Anstiege oder sechs geben, aber Ineos wäre immer noch die größere Herausforderung. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Bei sechs Toursiegen hatte Ineos den stärksten Fahrer und ES KÖNNTE ACHT 2.000-METER- ANSTIEGE ODER SECHS GEBEN, ABER INEOS WÄRE IMMER NOCH DIE GRÖSSERE HERAUSFORDERUNG. Bernal musste den Giro verletzt auslassen und ist nun bei der Tour einer der Top-Ten-Fahrer von Ineos. Dumoulin musste früh aus dem Giro aussteigen, was sich als Segen für die Tour herausstellen könnte. war das stärkste Team – was wäre, wenn es nicht mehr den stärksten Fahrer hätte? Die letzten Jahre hindurch waren die Tour-Organisatoren besessen von Innovationen. Manchmal, wie bei dem Staffelstart in Luchon, war die Trennlinie zwischen Innovation und Gimmick unsichtbar. Die kürzeren/intensiveren Bergetappen hatten ihren Reiz und die Pavé-Passagen kamen gut an bei den Fans, wenn auch nicht bei den Fahrern, hatten aber, abgesehen von 2014, nicht so viel Einfluss auf das Rennen wie erhofft. Die Innovation 2019 ist, dass es wirklich keine Innovation gibt. Die wiederholten Abstecher in die Radsport-Todeszone der 2.000-Meter-plus-Anstiege ist ein Motiv, aber obwohl es ein gebirgigeres Rennen als bei einigen Frankreich-Rundfahrten in letzter Zeit ist, ist es nichts im Vergleich zu den epischen Großen Schleifen von anno dazumal vor der Erfindung des Fernsehers. Frankreich gibt der Tour ihren Puls und ihren Rhythmus, die Form des Landes und seine Topografie bestimmen die Entwicklung des Rennens. Mit dem Start in Belgien und der diagonal gezogenen Linie bis zu den Pyrenäen, dann zurück zu den Alpen, gliedert sich die Tour 2019 auf natürliche Weise in vier Phasen: eine flache Eröffnung, dann ein sehr hügeliges mittleres Stück mit EXPERTENMEINUNG SAM DANSIE Stellv. Chefredakteur Procycling Wen siehst du auf dem Podium? Chris Froome, Tom Dumoulin und Egan Bernal. Ineos’ Stärke in der Tiefe ist jetzt schon fast peinlich, und ich glaube, sie werden die interne Konkurrenz im Griff haben, eben weil es so klar ist, dass sie eine Stolperfalle ist. Wer kommt sonst noch in die Top Ten? Jakob Fuglsang, Adam Yates und Nairo Quintana werden aus verschiedenen Gründen starke He - r ausforderer sein. Ich glaube, wer aus dem Giro kommt, wird zu kämpfen haben – schlechtes Wetter im Mai, eine kurze Regenerationszeit und die brutale Route sprechen gegen diese Fahrer. Wer wird die Überraschung sein? Ich bin gespannt, wie EF Education First sich bei der Tour macht, denn ich glaube, Dani Martínez ist auf einem so gebirgigen Kurs in seinem Element. Welcher Sprinter wird dominieren? Der beste der Welt, Dylan Groenewegen, wird Fernando Gaviria auf den Sprintetappen vor den Bergen bezwingen. Danach werden, wie im letzten Jahr, langlebigere Männer wie Peter Sagan und Alexander Kristoff den Ton angeben. Wer wird die anderen Trikots gewinnen? Sagan war in dieser Saison nicht so unersättlich wie sonst, aber ist glaube, es ist für ein siebtes Grünes Trikot gut. Das Weiße Trikot geht ganz klar an Egan Bernal. Das Gepunktete Trikot? Ein Drittel des Feldes kommt dafür infrage, deswegen sehe ich von einem Tipp ab. Was hältst du von der Route? Es ist eine, die der kollektiven Stärke von Ineos in die Karten spielt, was mich überrascht, wo die A.S.O. sie doch aus dem Konzept zu bringen versucht. Mâcon nach Saint-Etienne – sieben kategorisierte Anstiege, aber keiner höher als 850 Meter – ist sinnbildlich für die Art von Etappe, die das britische Team aus dem Tritt bringt. Was wird das taktische Narrativ sein? Vieles hängt von der Etappe nach Planche des Belles Filles ab. Es ist eine schwere Etappe, die in diesem Jahr zum Schlussanstieg führt, sodass es kein solcher Rampentest ist wie vor zwei Jahren, aber es ist trotzdem sehr wichtig. Die Vorgehensweise von Ineos in der Vergangenheit war, die Rivalen früh zu zerstören, und wenn sie das hier machen, werden sie den Rest der Route mögen, der ihnen weitgehend entgegenkommt. © Kramon JULI 2019 | PROCYCLING 37