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Procycling 07.2019

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© Bora–hansgrohe/BettiniPhoto EMANUEL BUCHMANN 26 JAHRE, BORA–HANSGROHE Wenn es im Tour-Peloton 2019 einen deutschen Fahrer gibt, der als heißer Kandidat für eine Topplatzierung in der Gesamtwertung gehandelt wird, ist es Emanuel Buchmann. Seit Jahren wird der Allgäuer von seinem Team Bora–hansgrohe behutsam an diese Aufgabe herangeführt. Buchmanns Voraussetzungen sind bestens: Mit einem Körpergewicht von gerade einmal 62 Kilogramm bei einer Körpergröße von 181 Zentimetern ist er ein ausgewiesener Kletterspezialist. Etwas, das sich auch an seinen Ergebnissen zeigt: Obwohl erst 26 Jahre jung, hat er bereits fünf große Landesrundfahrten bestritten: dreimal die Tour de France und zweimal die Vuelta a España. Bei beiden Rennen bewies er als 15. (Frankreich-Rundfahrt 2017) und Zwölfter in der Endabrechnung (Spanien-Rundfahrt 2018), dass er das Potenzial zu mehr hat. In diesem Jahr heißt das Ziel nun, es unter die besten Zehn in Paris zu schaffen. Dass dies realistisch ist, zeigen Buchmanns bisherige Resultate: Bereits sein erstes Saisonrennen, das Trofeo Andratx-Lloseta auf Mallorca, konnte er nach einer Attacke am Berg als Solist gewinnen. In ähnlicher Art und Weise holte er sich auch einen Tageserfolg bei der Baskenland-Rundfahrt. „Bis jetzt bin ich sehr zufrieden, ich habe mich über den Winter noch mal gesteigert und bin auch alle Rennen sehr gut gefahren – vor allem die Baskenland-Rundfahrt war mit dem Sieg auf der Königsetappe super“, sagt er und fügt selbstbewusst an: „Die Tour werde ich als Kapitän für die Gesamtwertung bestreiten und das Ziel sind die Top Ten.“ PROGNOSE Nach mehreren Lehrjahren schafft Buchmann den erhofften Durchbruch. Wenn er ohne Krankheit oder Verletzung durchkommt, sind die Top Ten mehr als realistisch. Sogar ein Platz unter den besten Sieben ist dem Bora-Kapitän zuzutrauen. 54 PROCYCLING | JULI 2019

L E TO U R 20 19 DIE DEUTSCHEN MAXIMILIAN SCHACHMANN 25 JAHRE, BORA–HANSGROHE Maximilian Schachmann ist gemeinsam mit Nils Politt die große Überraschung der Saison 2019. Nachdem der Profi aus den Reihen von Bora– hansgrohe bereits im vergangenen Jahr mit einem Etappensieg beim Giro d’Italia sein Talent aufblitzen hatte lassen, schaffte der 25-jährige Berliner in diesem Jahr endgültig den Sprung in die absolute Weltspitze. Bis Redaktionsschluss konnte Schachmann, der sich vor allem im hügeligen Gelände, bei Sprintankünften kleinerer Gruppen und bei Zeitfahren wohlfühlt, stolze fünf Saisonsiege verbuchen. Vor allem bei der Baskenland-Rundfahrt beeindruckte er, als er drei Tageserfolge holte und mehrere Tage das Gelbe Trikot des Führenden trug. Stark war auch sein Auftritt bei den folgenden Ardennenklassikern Ende April, als er jeweils Fünfter des Amstel Gold Race und des Flèche Wallonne und Dritter bei Lüttich–Bastogne–Lüttich wurde. Hinzu kam ein zehnter Platz bei der Kalifornien-Rundfahrt im Mai. Die Belohnung für die guten Ergebnisse: Im Juli darf der Radsportler des Jahres 2018 nun auch sein Tour-de-France-Debüt geben. Aufgrund seiner starken Resultate im Vorfeld kann zudem erwartet werden, dass er von seiner Mannschaft um Teammanager Ralph Denk einige Freiheiten bekommen wird. Schachmann selbst zeigt sich jedenfalls hoch motiviert, was seinen Start in Frankreich angeht: „Die Tour ist auf jeden Fall ein großes Ziel von mir. Vor allem geht es natürlich darum, dem Team zu helfen. Aber wir werden sehen: Vielleicht erwische ich ja eine Gruppe, die gut läuft – und erhalte dann meine Chance.“ PROGNOSE Vieles wird bei Schachmann davon abhängen, wie viel Arbeit er für seinen Kapitän Emanuel Buchmann verrichten muss. Ein Etappensieg ist ihm in der Form des Frühjahrs vor allem aus Ausreißergruppen heraus zuzutrauen. EINE TOUR OHNE JOHN DEGENKOLB? Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bei der Tour de France am Start stehen wird John Degenkolb. Überraschenderweise fehlt der einzige deutsche Etappensieger der letztjährigen Tour de France im Aufgebot seiner Mannschaft Trek-Segafredo. Ein offizielles Statement gab es dazu bis Redaktionsschluss leider weder von Degenkolb noch von seinem Team. Verschiedenen Gerüchten zufolge wird vermutet, dass sich Trek-Segafredo komplett auf die Gesamtklassement-Ambitionen des Australiers Richie Porte konzentrieren will. Außerdem könnte Degenkolbs Nichtnominierung auch damit zu tun haben, dass er kurz vor einer Vertragsunterschrift bei der belgischen Equipe Lotto Soudal stehen soll. Wir hoffen, darüber in der nächsten Ausgabe Genaueres berichten zu können. Maximilian Schachmann gilt nach seinem außergewöhnlich starken Frühjahr als einer der Hoffnungsträger von Bora–hansgrohe auf einen Etappensieg in diesem Jahr. © Bora–hansgrohe/VeloImages (groß), Tim de Waele/Getty Images JULI 2019 | PROCYCLING 55