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Procycling 02.19

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PROLOG AUS DEM HERZEN

PROLOG AUS DEM HERZEN DES PELOTONS DI-DATA: UNFALLBERICHT Nach zahlreichen Verletzungen 2018 benötigt Dimension Data eine Schicksalswende, um in der WorldTour zu bleiben. © BettiniPhoto Das Verletzungspech von Dimension Data 2018 setzte sich auch nach der Rennsaison fort, als sich Mark Renshaw Anfang Dezember im Training bei einer Kollision mit einem Auto das Becken brach. Eines der prägenden Themen des Jahres war die Reihe von Verletzungen, die Fahrer wie Mark Cavendish, Steve Cummings, Ben O’Connor und Bernhard Eisel heimsuchten. In der ersten Jahreshälfte musste das Team auch auf eine weitere wichtige Stütze, Reinardt Janse van Rensburg, verzichten, der sich von den Folgen einer Leistenoperation erholte. Leider verfolgte das Pech auch den 36-jährigen Renshaw, als er mit seinen Vorbereitungen für 2019 begann. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Aufprall mit dem Auto oder dem Boden meine Verletzungen verursacht hat, aber es war definitiv ein beängstigender Moment, da im Nachhinein herauskam, dass es viel schlimmer hätte kommen können“, sagte er in der Pressemitteilung des Teams über den Unfall. 3 MONATE FÄLLT RENSHAW VERLETZT AUS „Es ist großer Mist“, sagte der Australier Procycling, als er sich ein paar Tage später zu Hause erholte. Renshaw hatte im vergangenen Jahr bereits zwei Operationen durchgemacht, um die chronische Nebenhöhlenentzündung zu bekämpfen, die Ende der Saison 2017 begann und von der er schätzte, dass sie seine Leistung um „zehn bis 15 Prozent“ reduziert hatte. Nach seinem Unfall sagte er: „Es wird etwa drei Monate dauern, bis ich zurückkomme und wieder in der Lage bin, richtig zu trainieren.“ Dieses Jahr sollte es eine leichte Veränderung für den Fahrer geben, der Cavendish bei 17 seiner 30 Tour-Siege als Teamkollege unterstützt hat. 2019 sollte Renshaw seine Anfahrerqualitäten weiter nutzen – für den jungen südafrikanischen Sprinter 12 PROCYCLING | FEBRUAR 2019

Ryan Gibbons bei der Tour Down Under und für Giacomo Nizzolo bei den Rennen im Nahen Osten sowie beim Giro d’Italia. „Ich wollte wirklich einen guten Start ins Jahr hinlegen, denn im letzten Jahr hatte ich einige Operationen an meinen Nebenhöhlen und wollte jetzt von der Tour Down Under bis zum Giro Vollgas geben. Alles zielte auf das erste Halbjahr ab; nun wird es ein wenig nach hinten geschoben.“ Er fügte hinzu: „Es war ziemlich motivierend für mich, mich nach so vielen Jahren zu verändern. Nicht, dass ich zusätzliche Motivation bräuchte – aber es ist wirklich sehr motivierend, wenn neue Leute ins Team kommen.“ Renshaws Pech wirft einen Schatten auf den Saisonstart des Teams. Im vergangenen Jahr lag das in Südafrika registrierte Team im Ranking der WorldTour am Ende. Ben King holte die einzigen WorldTour-Siege des Teams: zwei Etappen bei der Vuelta, die ersten Siege seit der Tour 2017 auf WorldTour-Level. Bislang war der Kampf um Ergebnisse vor allem für die Moral der Mannschaft belastend, doch es könnte fatal sein, wenn diese Phase auch 2019 andauern sollte. Mit der Reform der WorldTour im Jahr 2020, bei der Teams zwischen WorldTour und ProConti-Level auf- und absteigen, sieht sich Teamchef Douglas Ryder vor die Aufgabe gestellt, das Team in der Rangliste nach oben zu führen. „Ich will nicht sagen, dass wir 2019 um unser Überleben kämpfen, aber Tatsache ist, dass wir um unser Überleben kämpfen müssen“, sagte Ryder im Vorbereitungscamp in Südafrika. Das Team hat Schritte unternommen, um die Mannschaft breiter aufzustellen. Giacomo Nizzolo, der im Jahr 2018 elf Top-Drei-Platzierungen, aber nur einen Sieg einfuhr, soll den Druck auf Cavendish mindern. Enrico Gasparotto (36) und Roman Kreuziger (32) stoßen zum Team, um Grand-Tour-Erfahrung und Stärke am Berg zu bringen. Und der größte Erfolg des Teams war die Verpflichtung von Michael Valgren, Sieger von Omloop Het Nieuwsblad und Amstel Gold, der die Chancen des Teams bei den Klassikern erhöht. Ryder will mit voller Kraft angreifen. „Wir wollen wirklich gut mit der Tour Down Under beginnen und planen, ein wirklich starkes Team dorthin zu schicken, denn wenn wir das Ding dort zum Rollen kriegen, dann läuft es hoffentlich das ganze Jahr über.“ Natürlich sollte Renshaw ein wichtiger Teil dieses Plans sein. „Der Saisonstart ist jetzt einfach sehr wichtig“, sagte er. „Wenn du gut in Down Under startest, kannst du die WorldTour anführen, also sind die Punkte definitiv sehr wichtig.“ Ein Silberstreif am Horizont, sagt Renshaw, ist, dass seine Verletzung recht unkompliziert ist. „Es wird harte Arbeit sein, versteht mich nicht falsch, aber was die Ärzte mir gesagt haben, ist, dass, wenn ich mich um mich selbst kümmere und alles richtig mache, die Verletzung keine langfristigen Probleme bereiten wird. Ich sollte ziemlich schnell wieder in Form kommen, also werde ich den Giro im Moment weiter als Ziel behalten.“ Renshaw und das gesamte Team hoffen, dass das Pech der Mannschaft mit seinem Sturz endete, sonst könnte das Team Schwierigkeiten haben, 2020 in der Spitzengruppe zu bleiben. Sprinter Giacomo Nizzolo kommt von Trek-Segafredo dazu, um Siege für das Team einzufahren. Renshaws Saisonvorbereitung startete denkbar schlecht, als er sich bei einem Unfall das Becken brach. DIMENSION DATA: DER ARZTBERICHT 2018 Die Fahrer von Dimension Data hatten im vergangenen Jahr ungewöhnlich viel Verletzungspech. FAHRER VERLETZUNG AUSFALLZEIT RÜCKKEHR Mark Cavendish Rippenbruch, Mailand–San Remo 7 Wochen Tour de Yorkshire Bernhard Eisel Hirnblutung, Tirreno–Adriatico 4 Monate RideLondon Classic Ben O’Connor Schlüsselbeinbruch, Giro d’Italia 2 Monate Tour de Wallonie Reinardt van Rensburg Leistenbruch-OP, Saisonpause 6 Monate Tour of Norway Mekseb Debesay Beckenbruch, Tour de Langkawi 3 Monate Eritreische Meisterschaft Scott Thwaites Wirbelbruch, Training im März 4 Monate Österreich-Rundfahrt Steve Cummings Gebrochenes Wadenbein, Tour of Austria 3 Wochen Clásica San Sebastián Julien Vermote Gebrochenes Handgelenk, BinckBank Tour 4 Wochen Tour de l’Eurométropole Mark Renshaw Beckenbruch, Training im Dezember 3–4 Monate Giro d’Italia (geplant) © BettiniPhoto FEBRUAR 2019 | PROCYCLING 13